Montag, 8. März 2021

Beginn der Imkerei eindeutig weiblich


Frauen haben vor Tausenden von Jahren mit der Bienenzucht begonnen. Das beweist die Höhlenmalerei der Cova de l'Aranya in Bicorp, einer Stadt in der spanischen Region Valencia. Das Bild ist 8.000 bis 12.000 Jahre alt und gilt weltweit als das erste "Dokument" zur Imkerei/Zeidlerei.

Dargestellt ist eine Imkerin mit Wespentaille, die ihren Arm unerschrocken in ein Volk steckt, um Honig zu ernten. Um die Waben zu transportieren, trägt sie in der anderen Hand einen Korb. Auf diesem Foto nicht zu sehen, aber im Original enthalten ist noch ein Teenager am Boden, der vermutlich angeleitet wird und einen weiteren Korb auf dem Rücken trägt. 

Archäologen, Ethnologen und Historiker sind sich relativ einig, dass nicht nur die Frauen in dieser prähistorischen Gemeinschaft geimkert haben, sondern ihr Leben auch für die Nachwelt dokumentiert haben. "Die Künstlerinnen haben nicht an Details gespart, es sind Taschen, Körbe, Federn, Mützen und Bärte in den Darstellungen enthalten", erklärten sie nach einem Symposium in den 80er-Jahren. Das unterscheide sie von vielen anderen frühzeitlichen Höhlenmalereien. Für die Experten war daher klar, dass auch die Taille, Hüfte und Schulterpartie gezielt gemalt worden war, um tatsächlich eine Imkerin abzubilden. 

Auch andere Erkenntnisse über diese levantinischen Kulturen stützten die These, dass Zeidlern Frauensache war. In dieser Zeit bestanden die menschlichen Gesellschaften aus kleinen Familiengruppen. Dutzende Personen, die sich in der Regel zyklisch durch ihr Territorium bewegten, um die Nahrungsmittelressourcen anzusteuern. Abwechselnd gingen sie der Jagd nach, sammelten Beeren oder suchten Samen. 

Während die Männer auf die Jagd nach großen Säugetieren gingen, beschäftigten sich Frauen und Heranwachsende mit der Jagd nach Niederwild und der Ernte. Für den Erhalt der Gruppe trugen die "kleine Jagd" und die Ernte mehr bei als bisher gedacht, betonten die Wissenschaftler nach dem bereits genannten Symposium. Honig, Samen, Beeren, Insekten und Kleinwild seien für die Ernährung wichtiger gewesen als die vereinzelt erlegten größeren Säugetiere. So sei es auch nur logisch, dass insgesamt 251 Abbildungen von Insekten in den levantinischen Höhlenmalereien der Region Valencia zu finden sind. 

Erst im Lauf der Geschichte wurden die Gesellschaften sesshaft. Sie stellten ihre Jagd- und Sammelgesellschaften auf Landwirtschaft um. Männer besetzten deshalb Aufgaben und Arbeiten, die zuvor Frauen vorbehalten waren - wie etwa die Zeidlerei und später die Imkerei. Aber es besteht kein Zweifel daran, dass die Frauen die Bienenzucht begonnen haben.

Informationen mit freundlicher Genehmigung von Manuel Corona und dem Berufsimkerbund Spanien übernommen.

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