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Samstag, 3. Oktober 2020

Tausende Gärten - Tausende Arten

Kennt Ihr schon das Projekt „Tausende Gärten - Tausende Arten“? Die Bundesregierung und mehrere Organisationen möchten damit die biologische Vielfalt fördern und die 36 Millionen Bundesbürger mit Garten für einheimische Wildpflanzen begeistern.


Auf der Homepage www.tausende-gaerten.de sind jede Menge Informationen zu naturnahem Gärtnern geboten - und eine Plattform, um sich bundesweit darüber auszutauschen. Derzeit befindet sich eine Karte im Aufbau, in die sich Teilnehmer eintragen und sogar Bilder von ihren grünen Inseln präsentieren können. Zum einen können so Anregungen für die eigene Oase gewonnen werden, zum anderen wird auf einen Blick ersichtlich, wo noch unüberwindbare Wüsten für Insekten sind.


Wenn sich immer mehr Garten- oder auch Balkonbesitzer der naturnahen Arbeitsweise verpflichten, blüht mit einheimischen Wildpflanzen die biologische Vielfalt wieder auf, weil Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Vögel und viele weitere Tiere in den Garten und auf den Balkon gelockt werden. Auf der Homepage sind dafür praktische Tipps zur Anlage und zur Pflege eines solchen Gartens zu finden, inklusive vieler Informationen über ausgewählte Pflanzen und Tiere. Mittelfristig wollen die Initiatoren auch ein Netzwerk von Gärtnereien und Gartencentern aufbauen, die auch entsprechendes Saatgut und Pflanzen anbieten. Bislang ist es nämlich gar nicht so einfach, regional passendes Saatgut zu kriegen. Aber eine erste Saatgutmischung für sonnige, trockene Standorte wurde bereits entwickelt. Sie enthält gut 20 Arten, darunter Wiesenflockenblume, Schafgarbe, wilde Karde und Klatschmohn.


Für den Fleiß gibt's auch einen Preis: Wer möchte, kann seinen Garten zur Prämierung anmelden und kriegt bei vorbildlicher Arbeit das Gütesiegel, eine Plakette in Gold, Silber oder Bronze. Dabei sind die Disziplinen dieser Olympiade nicht weniger schweißtreibend als mancher Sport 😉, so weisen die Musterbeispiele für naturnahe Gärten neben einheimischen Wildpflanzen auch begrünte Dächer oder Bauwerke aus unbehandeltem Holz, Biotope aus Sand oder Wasser und Nisthilfen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.

Alle Bilder: Tausende Gärten - Tausende Arten

Dienstag, 22. September 2020

Naturnaher Garten für Hummeln und Co


Die Vorsitzende des Imkervereins Gräfelfing und Umgebung, Annette Rosellen, hat anlässlich einer Kunstausstellung einen Vortrag zum Thema naturnahe Gärten für Insekten gehalten. Das Thema der Ausstellung vom Kunstkreis Gräfelfing war "Phänomenal floral", eine Schau mit Gemälden, Skulpturen und Fotos zu Pflanzen in all ihren Stadien, und hatte geradezu nach einem Brückenschlag zu allem, was im Garten kreucht und fleucht, verlangt. - Eine "perfekte Symbiose", urteilten sowohl Annette Rosellen als auch Organisatorin Ingrid Gardill. Die Ausstellung in der Gartenstadt-Villa - direkt neben dem Lehrbienenstand des Vereins - ist noch bis 4. Oktober zu sehen.

Der Vortrag war leider nur einmalig angesetzt, kann aber (mit und ohne Referentin) bei Annette Rosellen angefordert werden. Darin ging sie zunächst auf Beispiele ein, wie künstlerisch manche Wildbienen im Garten wirkten: etwa die Auen-Schenkelbiene, die Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene oder Blattschneiderbienen.


Danach empfahl sie für Insekten geeignete Pflanzen, warb um ein Blühangebot während der gesamten Saison und rief die Hausbesitzer auf, auch Unordnung in ihren Gärten zuzulassen. Konkret sollten etwa der englische Rasen durch eine Blumenwiese ersetzt, Stauden bis zum nächsten Frühjahr stehen gelassen und auch offene Böden als Nisthilfen für Wildbienen angeboten werden. Darüber hinaus sollten Mähintervalle verlängert und schon gar keine Mähroboter eingesetzt werden. Auch eine nächtliche Beleuchtung im Garten schade den Insekten, sie "fliegen sich rund um die Lichtquelle tot", bedauerte Annette Rosellen.


Auch die weiterführende Literatur kann beim Imkerverein Gräfelfing und Umgebung ausgeliehen werden!