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Samstag, 18. November 2023

Wieder keine Mehrheit für Glyphosatverbot

In der EU ist wieder keine qualifizierte Mehrheit zum Glyphosatverbot zustande gekommen. Die EU-Kommission kündigte daher an, die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters um weitere zehn Jahre zu verlängern.

Schon vor einem Monat hatten sich die 27 EU-Mitgliedsstaaten nicht zu einem Beschluss, für den mindestens 15 Länder stimmen müssen, durchringen können. Nach der zweiten gescheiterten Abstimmung darf die EU-Kommission ohne Votum der EU-Staaten entscheiden. Sie hatte von vornherein vorgeschlagen, an dem Pestizid, dessen Zulassung in der EU am 15. Dezember ausläuft, festzuhalten. 

Samstag, 21. August 2021

Allergiker dürfen hoffen: Impfstoff gegen Bienengift in Entwicklung

Die meisten Menschen wurden wahrscheinlich schon von einer Biene gestochen. Während es für alle gleich schmerzhaft sein kann, ist es für manche besonders gefährlich - für diejenigen, die allergisch reagieren. Australische Forscher haben für die Betroffenen einen Impfstoff an einer Studie an Menschen abgeschlossen, der das Risiko einer schweren allergischen Reaktion auf europäische Honigbienenstiche ausschließen soll.


Die klinische Studie an der Flinders University und dem Royal Adelaide Hospital erforscht an 27 Erwachsenen mit einer Vorgeschichte von allergischen Reaktionen auf Bienenstiche das zuckerbasierte Serum namens Adjuvans, das in Australien entwickelt wurde und dem Körper helfen soll, Bienengift schneller zu neutralisieren.

Laut Professor Nikolai Petrovsky wurde mittlerweile über 1.000 Personen eine Reihe von Impfstoffen verabreicht, die mit Adjuvans verbessert wurden. "Unsere Technologie ist wie das Hinzufügen eines Turboladers zu einem Auto und macht in diesem Fall den Bienenallergie-Impfstoff viel leistungsfähiger, so dass das Immunsystem das Bienengift besser neutralisieren und allergischen Symptomen vorbeugen kann", erklärte Petrovsky die Wirkungsweise.

Durch die jüngste Studie an den 27 Allergikern sollten Erkenntnisse gewonnen werden, ob Adjuvans auch die Immuntherapie beschleunigen oder verbessern könnte. Sie erhalten dabei über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg mindestens 50 Injektionen, um ihr Immunsystem aufzubauen. Der Mediziner Anthony Smith überwacht die einzelnen Patienten: "Die derzeitige Behandlungsoption für schwere Bienengiftallergien ist langwierig und umständlich, daher hoffe ich, dass diese verbesserte Bienengifttherapie bei Allergikern einen schnelleren, aber länger anhaltenden Schutz vor Bienenstichen bietet."

Adjuvans Advax, das die Bienenstich-Impfstoffe verstärken soll, wurde in Adelaide entwickelt und wurde bereits zur Entwicklung von Impfstoffen gegen saisonale und pandemische Influenza, Hepatitis, Malaria, Alzheimer, Krebs und andere Krankheiten verwendet.

Dienstag, 3. August 2021

Studie mit masochistischem Anspruch: Student lässt sich stechen

Die Studie ist nicht ganz neu, aber bemerkenswert: Ein amerikanischer Student hat sich in einem Selbstversuch von einer Biene in diverse Körperteile stechen lassen, darunter auch in seinen Penis... Ziel war es, die Körperstelle zu finden, an der ein Bienenstich am meisten wehtut. Doch den ersten Platz belegte eine gänzlich andere Stelle als die eigentlich erwartete.



An der Cornell University in New York ließ sich der Student Michael Smith im Namen der Wissenschaft an insgesamt 75 Stellen absichtlich von Bienen stechen - unter anderem in Handflächen, Brustwarzen, Wangen und Po. Smith ließ sich täglich jeweils zwischen 9 und 10 Uhr morgens fünf Stiche setzen. Dafür nahm er je eine Biene mit einer Pinzette aus dem Käfig, hielt sie über die entsprechende Körperstelle, ließ sich stechen und entfernte die Biene nach fünf Sekunden. Der Stachel blieb noch für eine ganze Minute in der Haut. Die schmerzhafte Prozedur wiederholte er pro Körperstelle dreimal. Um den Schmerz vergleichen zu können, ließ sich Smith täglich auch in den Unterarm stechen. Danach bewertete der amerikanische Student die Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn.

Der Selbstversuch brachte die für Männer völlig überraschende Antwort, dass der Penis nicht die schmerzhafteste Körperstelle ist. Es sind die Nasenlöcher, die weitaus am empfindlichsten sind. 


Die Handfläche tut bei einem Stich schon ganz schön weh - diesen Schmerz bewertete Smith mit einer 7. Ein Stich am Penis wurde bei 7,3 eingeordnet. Rang zwei in der Schmerzskala nahmen die Lippen mit 8,7 ein, nur noch getoppt von den Nasenlöchern mit 9. Auf einen Versuch im Augapfel verzichtete Smith übrigens, da er die Gefahr zu erblinden dann doch fürchtete.

Grund für den bestechenden Selbstversuch ist eine Forschungslücke gewesen. So hatten Wissenschaftler bereits herausgefunden, dass Stiche des Tarantulafalken, einer spinnentötenden Wespe, die schmerzhaftesten sind, jedoch lieferten diese Untersuchungen keine Aussagen darüber, an welcher Körperstelle. Diese Lücke wollte Smith mit seiner Arbeit nun schließen.

"Wenn jemand anderer den Versuch durchführen würde, kämen vielleicht andere Körperregionen mit dem größten Schmerzempfinden dabei heraus", betonte Smith in New York. Seine Ergebnisse seien naturgemäß rein subjektiv, da jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden habe. Zudem verfüge auch nicht jeder über einen Penis...

Samstag, 14. November 2020

Krebsforschung: Wundermittel Bienengift?

In der Krebsforschung kristallisiert sich Bienengift möglicherweise als wirksame Medizin gegen Brustkrebs heraus. Australische Forscher haben ein Peptid daraus isoliert, das aggressive Brustkrebszellen abtötet, ohne zugleich gesunden Zellen allzu sehr zu schaden. Auf lange Sicht könnten Betroffene damit effektiver behandelt werden - und sie müssten nicht mehr gegen die starken Nebenwirkungen wie etwa bei einer Chemotherapie ankämpfen.


Aber das ist für die weltweit 14 Millionen Menschen mit einer Krebsdiagnose noch echte Zukunftsmusik, wie die Grundlagenstudie belegt, die in den Fachzeitschriften "Precision Oncology" und "Nature" veröffentlicht wurde. Dennoch drücken die Experten ihre Hoffnung aus, einen Wirkstoff gerade gegen aggressive Krebsarten wie den sogenannten dreifach-negativen Brustkrebs gefunden zu haben. Ihre Arbeit gehe weiter, um geeignete Therapieformen zu finden, kündigten sie an.

Bei der Studie war Gift von 312 Bienen aus Perth, Irland und England verwendet worden, um damit Brustkrebserkrankungen behandeln. Da es sehr viele Bienenarten auf der ganzen Welt gibt, untersuchte die Forschungsgruppe das Gift von Bienen aus drei unterschiedlichen Ländern. Die Bienen wurden zunächst mit Kohlendioxid eingeschläfert und eingefroren, ehe das Gift durch sorgfältiges Sezieren extrahiert wurde. Das Gift zeigte in der Anwendung genau die erhoffte Wirkung und zerstörte Brustkrebszellen effektiv. Außerdem wurde festgestellt, dass es nur minimale Auswirkungen auf gesunde Zellen hatte. Obwohl es sich um unterschiedliche Bienenrassen aus unterschiedlichen Ländern - ja sogar Kontinenten - handelte, zeigten die Gifte fast identische Effekte in der Therapie.


Das Melittin, das beim Stich die Schmerzen verursacht, ist in der Krebstherapie die Schlüsselsubstanz. Der Stoff scheint in der Lage zu sein, Krebszellen in nur einer Stunde zu zerstören. Zugleich entdeckten die Forscher, dass Melittin die chemischen Signale der Krebszellen, die für Wachstum und Teilung wesentlich sind, in nur 20 Minuten reduzierte. 

Die Autoren der Studie wiesen darauf hin, dass Melittin bereits synthetisch hergestellt werden kann. Und noch wichtiger: auch das synthetische Produkt zeigte in Labor- und Tierversuchen die meisten Wirkungen, die auch das Melittin aus Honigbienengift an den Tag legte. Sowohl Honigbienengift als auch synthetisches Melittin verringerten demnach die Lebensfähigkeit von dreifach-negativem Brustkrebs und HER2-angereicherten Brustkrebszellen "signifikant, selektiv und schnell". Am wirksamsten habe sich das Melittin in Kombination mit einer Chemotherapie gezeigt.

https://www.nature.com/articles/s41698-020-00129-0