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Samstag, 16. April 2022

Buchtipp zu Ukraine-Krieg: Graue Bienen

Der Zürcher Diogenes Verlag hat 2019 bereits den Roman "Graue Bienen" von Andrej Kurkow herausgebracht. Angesichts der Entwicklungen in der Ukraine ist das Werk extrem aktuell - und ein Gegenmodell zu der im Chaos versinkenden Welt der Ukrainer.

Poetisch und eindringlich proträtiert Kurkow seine Hauptfigur Sergej, der im Donbass Bienen züchtet, wo ukrainische Kämpfer und pro-russische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Inmitten des Verfalls wird umso augenfälliger, wie wohlorganisiert ein Bienenstaat ist. Der sanfte Sergej will sich raushalten, deshalb bricht er im Frühling auf, um seine Bienen in eine friedlichere Gegend zu bringen.

Literaturexperten bescheinigen Kurkow eine außergewöhnlich lyrische Sprache. Für mein Empfinden trifft es die Kritikerin Bettina Göcmener am besten: "Andrej Kurkow hat diese gewissen Nebensätze, die so lakonisch sind, dass man von ihm sogar die Gebrauchsanweisung eines Rasenmähers lesen würde."

Das Buch ist für 13 Euro im Buchhandel erhältlich. Eine sehr aktuelle Sicht auf das Werk gewährt zudem ein wirklich guter Bayern2-Podcast mit Cornelia Zetsche und dem Autor: 

Dienstag, 7. Dezember 2021

Weihnachtsgeschenk für Imker

 


Der Münchner Wirtschaftsjournalist und Autor Tom Hillenbrand hat den Krimi "Goldenes Gift" veröffentlicht, der sich dem Imkern und Honigverfälschungen widmet. "Goldenes Gift" ist der siebte Band der Reihe um Xavier Kieffer, Ex-Sternekoch und Ermittler wider Willen, veröffentlicht im Kiepenheuer & Witsch-Verlag.


Ohne den Plot vorweg zu nehmen, kann ich schon mal sagen, dass die Imkerei in dem Werk ganz gut beschrieben ist - wenngleich 23 Standorte nach so viel Aufwand klingen, dass ein Imker damit leicht überfordert sein kann. Allerdings handelt es sich um Dachstandorte in der Luxemburger Unterstadt, die möglicherweise so nah beieinander liegen, dass die Arbeit auch in den Stoßzeiten doch zu schaffen sein kann. Die Ortsbeschreibungen sind jedenfalls so detailliert, dass man sie auch als navigierenden Reiseführer verwenden könnte. 


Grundsätzlich ist das Buch ja ein Krimi, und da ergänzen sich der Koch und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valérie Gabin, ganz wunderbar beim Ermitteln. 

Nur wir Imker stellen natürlich immer die Bienen in den Mittelpunkt. Egal, ob wir zu jener Hälfte der Zunft zählen, die das Jägerlatein beherrschen und noch nie von einer Biene gestochen wurden, oder zur anderen, die versucht ein lakonisches Pokerface zu ziehen, wenn die Schwellungen allzu sichtbar sind. Der Dialog
 
"Oh Gott! Sie sind ja ganz zerstochen."
"Passiert. Berufsrisiko."

kommt den ehrlichen Imkern auf jeden Fall bekannt vor...

"Goldenes Gift" von Tom Hillenbrand, KiWi-Taschenbuch, 480 Seiten, ISBN: 978-3-462-05464-4

Mittwoch, 3. Juni 2020

Buchtipp: "Honigbienen - Geheimnisvolle Waldbewohner"


ARD-Literaturkritiker Denis Scheck hat das neue Buch von Jürgen Tautz mit sagenhaften Fotos des Tierfotographen Ingo Arndt vorgestellt. Leider lässt sich das Video nicht hier im Blog einbetten. Aber mit diesem Link kommt Ihr zu dem Filmchen. Besonders witzig: Achtet auf die diversen Stadien der Schleier :-) Viel Spaß!

Erhältlich ist das im Knesebeck-Verlag erschienene Werk für 38 Euro. Die erste Auflage ist bereits vergriffen, der Verlag hat unterschätzt, wie eifrig nicht nur die Bienen, sondern auch die Imker sind. Aber am 24. Juni soll schon die zweite auf den Markt kommen.