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Dienstag, 20. April 2021

UNESCO will Frauen und Bienen stärken


Die Kulturorganisation der UNO, UNESCO, hat im Rahmen ihres Biodiversitätsprogramms ein Unterprogramm mit mehreren französischen Partnern aufgelegt, mit dem Frauen zu Imkerinnen ausgebildet werden, um sich dadurch einen Lebensunterhalt zu sichern. Patin für die Aktion "Women for Bees" (Frauen für Bienen) ist die US-Schauspielerin Angelina Jolie, die sich seit Jahren für beide Ziele einsetzt: starke und selbstständige Frauen und den Erhalt der biologischen Vielfalt.

An der französischen Imkerschule OFA in der Provence sollen Frauen den nachhaltigen Imkerberuf von der Pike auf lernen, um dann in ihren Herkunftsländern die Bienenpopulation zu erhöhen, den Artenschutz zu stärken und das Bewusstsein für ihre Bedeutung als Bestäuber zu schärfen. Denn weltweit spielen die Bienen bei der Bestäubung von 90 Prozent der Wildblumen eine wichtige Rolle.

Angelina Jolie erklärte dazu: "Wenn Frauen Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, besteht ihr Instinkt darin, andere zu erziehen. Ich freue mich darauf, den Frauen aus aller Welt für Bienen zu faszinieren und ihnen so Unabhängigkeit und Gemeinschaft zu ermöglichen." Die Imkerei könne in ländlichen Gebieten Einkommen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen generieren, die keine Pflanzen oder Land besitzen. Sie könne auch die Ernährungssicherheit in Gebieten verbessern, in denen die landwirtschaftliche Produktion minimal ist.

In dem Programm lernen fünf Jahre lang jedes Jahr zehn Teilnehmerinnen die theoretischen und praktischen Grundlagen der Imkerei bis hin zum Bau eines Bienenhauses und zur unternehmerischen Seite eines Honigbetriebs. Am Ende des Kurses sollten alle das Rüstzeug dafür haben, ihre Bienenvölker durchzubringen und professionelle Mitglieder im weltweiten Imkerinnennetzwerk zu werden. Die erste 30-tägige Schulung im Massif de la Sainte-Baume beginnt Ende Juni. Dann drücken Frauen die Schulbank, die später in folgenden Biosphärenreservaten imkern sollen: Biosphärenreservat Zentralbalkan (Bulgarien), Tonle Sap (Kambodscha), Xishuangbanna (China), Kafa (Äthiopien), Iles et Mer d'Iroise (Frankreich), Sila (Italien), Großer Altai (Russland), Volcans Biosphere Reserve (Ruanda) und Kozjansko & Obsotelje (Slowenien). 

Zugleich finanziert die UNESCO bis zum Jahr 2025 insgesamt 2.500 Bienenstöcke in 25 Biosphärenreservaten. Grob geschätzt sollen bis dahin 125 Millionen Bienen auf die 50 ersten Absolventinnen warten. - Eine von ihnen wird aus der Region Samlot in Kambodscha kommen, die im Bürgerkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, und aus der auch Angelina Jolies Sohn Maddox stammt. 

Bilder: UNESCO

Samstag, 3. Oktober 2020

Tausende Gärten - Tausende Arten

Kennt Ihr schon das Projekt „Tausende Gärten - Tausende Arten“? Die Bundesregierung und mehrere Organisationen möchten damit die biologische Vielfalt fördern und die 36 Millionen Bundesbürger mit Garten für einheimische Wildpflanzen begeistern.


Auf der Homepage www.tausende-gaerten.de sind jede Menge Informationen zu naturnahem Gärtnern geboten - und eine Plattform, um sich bundesweit darüber auszutauschen. Derzeit befindet sich eine Karte im Aufbau, in die sich Teilnehmer eintragen und sogar Bilder von ihren grünen Inseln präsentieren können. Zum einen können so Anregungen für die eigene Oase gewonnen werden, zum anderen wird auf einen Blick ersichtlich, wo noch unüberwindbare Wüsten für Insekten sind.


Wenn sich immer mehr Garten- oder auch Balkonbesitzer der naturnahen Arbeitsweise verpflichten, blüht mit einheimischen Wildpflanzen die biologische Vielfalt wieder auf, weil Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Vögel und viele weitere Tiere in den Garten und auf den Balkon gelockt werden. Auf der Homepage sind dafür praktische Tipps zur Anlage und zur Pflege eines solchen Gartens zu finden, inklusive vieler Informationen über ausgewählte Pflanzen und Tiere. Mittelfristig wollen die Initiatoren auch ein Netzwerk von Gärtnereien und Gartencentern aufbauen, die auch entsprechendes Saatgut und Pflanzen anbieten. Bislang ist es nämlich gar nicht so einfach, regional passendes Saatgut zu kriegen. Aber eine erste Saatgutmischung für sonnige, trockene Standorte wurde bereits entwickelt. Sie enthält gut 20 Arten, darunter Wiesenflockenblume, Schafgarbe, wilde Karde und Klatschmohn.


Für den Fleiß gibt's auch einen Preis: Wer möchte, kann seinen Garten zur Prämierung anmelden und kriegt bei vorbildlicher Arbeit das Gütesiegel, eine Plakette in Gold, Silber oder Bronze. Dabei sind die Disziplinen dieser Olympiade nicht weniger schweißtreibend als mancher Sport 😉, so weisen die Musterbeispiele für naturnahe Gärten neben einheimischen Wildpflanzen auch begrünte Dächer oder Bauwerke aus unbehandeltem Holz, Biotope aus Sand oder Wasser und Nisthilfen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.

Alle Bilder: Tausende Gärten - Tausende Arten

Dienstag, 30. Juni 2020

Podcast zum Agraratlas

Der Kiebitz und das Rebhuhn sind in Deutschland fast ausgestorben. Der Grund: Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, durch Monokulturen und Überdüngung, verschwinden ihr Futter und ihr Lebensraum. Denn Felder und Wiesen, Hecken und Gräser weichen riesigen Mais- und Rapsfeldern. Die EU-Agrarförderungen gehen nämlich vor allem in die Fläche und nicht in ökologisch arbeitende landwirtschaftliche Betriebe. Das führt dazu, dass große Betriebe immer größer werden und immer mehr kleine und mittlere aufgeben: Das sogenannte Höfesterben ist in ganz Europa zu beobachten.




Der Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung zu ihrer Agrarstudie beschäftigt sich intensiv mit den Themen Strukturwandel und Biodiversität und zeigt, was besser gemacht werden könnte.

Ein Podcast mit:
Julia Schmid und Astrid Häger, Humboldt-Universität Berlin
Konstantin Kreiser, Nabu
Steffi Lemke, Bündnis 90/Die Grünen