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Samstag, 11. November 2023

Letztes Nest der Asiatischen Hornisse in Bayern zerstört

Im Landkreis Miltenberg ist ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernt worden. - Das letzte in Bayern, hoffte das Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim.


Es habe sich um ein sogenanntes Sekundärnest gehandelt, also einen Ableger des Primärnests, das im August aus einem nahe gelegenen Baum geholt worden war. Es hing mitten in einem Wohngebiet in einem Nadelbaum in etwa 18 Metern Höhe und sei von einem hessischen Experten, dem Schädlingsbekämpfer Andreas Bauer, entfernt worden - mithilfe eines Staubsaugers und einer CO2-Druckflasche, um die Tiere zu betäuben.

Das Nest wurde in Veitshöchheim zunächst eingefroren, um die Tiere zu töten. Es wird nun untersucht, ob dort bereits neue Königinnen gezogen worden waren, die womöglich schon ein Winterquartier bezogen haben und im nächsten Jahr neue Völker gründen könnten. 


Die Asiatische Hornisse, "Vespa Velutina", ernährt sich hauptsächlich von Honigbienen und ist in der Lage, ganze Völker zu vernichten. 2004 wurde die Asiatische Hornisse erstmals in Südfrankreich entdeckt. Den Recherchen zufolge war wohl eine einzelne Königin durch importierte Töpferware aus China nach Marseille eingeschleppt worden. Von dort aus breitete sich die Hornissenart nach Italien, Belgien, Schweiz und Großbritannien aus. 2014 wurde dann das erste Tier in Deutschland nachgewiesen. Im Oktober 2022 kam es im Spessart zur ersten Sichtung in Bayern. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornissen der "Vespa crabro". Während deren Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, weist die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangener Stirn auf. Beide Hornissenarten sind für Menschen ungefährlich. Sie sind weder aggressiver noch giftiger als zum Beispiel Bienen oder Wespen.

Samstag, 10. Juni 2023

11,6 Prozent Verluste in vergangenem Winter

Das Fachzentrum Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen hat seine Statistik zu den jüngsten Winterverlusten veröffentlicht. Demnach wurden fast 100.000 Völker eingewintert, aber jedes neunte Volk überlebte nicht: es starben 11,6 Prozent. Im vorangegangenen Winter waren es fast 21 Prozent, im Schnitt der vergangenen zehn Jahre 15 Prozent.


Christoph Otten, Leiter des Fachzentrums, führte die relativ niedrigen Winterverluste auf die Tatsache zurück, dass die Bienen in der zurückliegenden Saison sehr vital in den Winter gegangen seien. - Wobei die Datenlage regional sehr schwankend ausfalle. So beklagten Imker in Schleswig-Holstein einen Verlust von 21,4 Prozent, während es in Baden-Württemberg nur 8,8 Prozent waren.

Die Daten seien zudem nur eingeschränkt vergleichbar, weil verschieden viele Meldungen eingegangen waren. So beteiligten sich aus Bayern fast 2.000 Imker, während es aus Mecklenburg-Vorpommern nur 86 waren. "Je geringer die Fallzahlen, desto wackeliger sind die Aussagen", schränkte Otten ein. Bundesweit machten etwa 8.000 der 100.000 Imkereien Angaben. Das mache die Daten zwar nicht repräsentativ, aber Vergleiche zwischen den Jahren seien valide, da vermutlich immer dieselben Imker ihre Verluste meldeten.

Auswertungen der Meldungen durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) im unterfränkischen Veitshöchheim zufolge lag der Anteil der Winterverluste in Bayern bei 11,1 Prozent. Besonders gering sei der Prozentsatz in Unterfranken (8,6 %) und der Oberpfalz (9,6 %). Die höchste Quote verbuchte Oberbayern mit 13 Prozent. In absoluten Zahlen seien über 25.000 Völker eingewintert worden, knapp 3.000 starben.

LWG-Chef Stefan Berg erklärte, vermutlich seien die Bienen gesünder durch den Winter gekommen, weil sie bei milden Temperaturen zwischendurch ausfliegen und die Kotblase leeren konnten. Das habe möglichen Darmerkrankungen vorgebeugt. Problematisch sei dagegen der lange Winter gewesen, aber die Imker im Freistaat hätten augenscheinlich im Herbst gut aufgefüttert.

Dienstag, 6. Juli 2021

Oberpfälzer Gemeinde Zandt blüht auf

Die Oberpfälzer Gemeinde Zandt mit ihren Ortsteilen Harrling und Wolfersdorf sollte Vorbild für alle Kommunen in Bayern sein. In der 2.000-Einwohner-Gemeinde haben Jäger 2006 damit angefangen, Blühstreifen in Wiesen am Orts-und Waldrand für das Wild anzusäen. 2017 wurde daraus die Initiative "Zandt,die blühende Gemeinde", die vergangenes Jahr auch den 1. Preis des bayerischen Landwirtschaftsministeriums beim Wettbewerb "Landwirt.Imker.Miteinander" gewonnen hat.


In und um den Ort machen inzwischen rund 140 Grundstücksbesitzer mit, vom Landwirt, der Blühstreifen oder ganze Blumenwiesen sät und pflegt, bis zum Gartenbesitzer, der statt Rasen Wildblumen wachsen lässt. Auch die Gemeinde hat auf ihren eigenen Flächen immer mehr Blühflächen, die man dann auch über den Winter stehen lässt, damit Insekten in den hohlen Stängeln überwintern können. Anfangs kritisierten das manche noch als "Schlamperei", blickt Bürgermeister Hans Laumer zurück. Inzwischen sei aber der Gedanke des Arten-und Insektenschutzes so sehr in den Köpfen der Bürger verankert, dass er immer wieder Anregungen bekommt, wo man noch was aussäen könnte. 

Aus anfangs sieben Hektar insekten-und bienenfreundlicher Blühfläche sind inzwischen über 40 Hektar geworden. 100 Obstbäume wurden neu gepflanzt, Tendenz noch immer steigend. Jedes Jahr kommen mehr Flächen dazu - und auch neue kreative Ideen. Zandt profitiert davon, dass Hans Laumer neben seinem Ehrenamt als Bürgermeister als hauptberuflicher Wildlebensraumberater für Niederbayern arbeitet, sich also fachlich auskennt. Er hat auch schon selbst mit dem Traktor Flächen bei Gartenbesitzern umgefräst, um dort insektenfreundliche Blühpflanzen anzusäen. Der Fachmann rät davon ab, bei einer Neuanlage irgendwelche Samentütchen zu kaufen. Manche Blumensamen, die als bienenfreundlich verkauft würden, enthielten exotische Mischungen, die heimischen Insekten wenig brächten. So kämen etwa nicht einmal heimische Wildbienen mit langem Rüssel in viele exotische Blüten, um den Nektar zu erreichen. Zandt habe zwar an manchen exponierten Stellen im Ort auch "solche Showmischungen" angesät, sagte der Bürgermeister, um was fürs Auge zu bieten. Aber das sollten Ausnahmen bleiben. Besser seien aber die zertifizierte "Veitshöchheimer Bienenweide" oder die sogenannten KULAB-Mischung aus dem Vertragsnaturschutz, die es auch im Landwirtschaftshandel zu kaufen gibt. Diese Mischungen enthielten Samen, die tatsächlich heimische Insekten förderten.

Veitshöchheimer Mischung "Ganz in Rosa"

Samstag, 12. Juni 2021

Forschung zu senkrechten Gärten an Gebäudefassaden

Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) haben ihr Forschungsprojekt "Artenreiche grüne Gebäudehüllen" vorgestellt. Dabei handelt es sich um die wandgebundene Fassadenbegrünung, die zur Biodiversität in den Innenstädten beitragen soll. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium gefördert.


Neben Funktionalität, Pflegeaufwand und Klimawirksamkeit soll bei diesem Projekt auch untersucht werden, ob der Extremstandort Gebäudefassade einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten kann. So soll den Insekten durch die Fassadenbegrünung das ganze Jahr über Nahrung zur Verfügung gestellt werden, um sie zurück in die Stadt zu locken. Für das Projekt wurden zwei Fassaden am Würzburger Hubland begrünt, eine in Richtung Westen, die andere Richtung Osten. In den drei Jahren, in denen geforscht wird, soll überprüft werden, ob die Pflanzen an den Wänden zurechtkommen und wachsen.


Außerdem schauen die Forscher, welche Insekten die Fassadenbegrünung besuchen und welche Pflanzen dabei besonders beliebt sind. "Es reicht nicht nur, den Bienen etwas zu Essen zu geben, sondern sie brauchen auch Habitate, wo sie nisten können. Die gehen im urbanen Raum immer mehr verloren",  erklärte Katja Arand vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau. "Da ist die Frage, ob wir es schaffen, in die Begrünung direkt Nist-Habitate zu integrieren, so dass Nahrung und Wohnung beisammen sind." 

Ein weiterer Forschungsaspekt ist die Kühlung der Gebäude, die an der Fassade begrünt werden. "Durch die Verdunstungsleistung von Fassadenbegrünung reduziert sich der Kühlbedarf im Gebäude", betonte Michaela Reim, Projektleiterin der Klimaforschungsstation. "Das bedeutet geringerer Stromverbrauch, deutlich bessere Energieeffizienz, ich brauche nicht so viele Klimaanlagen."

Mit welchen Pflanzen Insekten angelockt werden, ist hier zu finden:

Dienstag, 21. April 2020

Veitshöchheimer Imkertag abgesagt

Die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau hat den für 12. Juli geplanten Imkertag wegen des Coronavirus abgesagt. Auch der Imkermarkt findet nicht statt.