Samstag, 31. August 2024

arte-Sendereihe "Die Bienenflüsterer"


Der deutsch-französische Kultursender arte wiederholt im Netz gerade elf Dokus seiner 15-teiligen Sendereihe "Die Bienenflüsterer". In den Geschichten zeichnet sie die vielfältige Welt der Bienen und der Imker auf fünf Kontinenten nach.

In dieser Folge geht es um die Riesenhonigbiene Apis dorsata, die in den Wipfeln der größten Bäume am Sentarum-See auf Borneo ihre Nester baut. Das indigene Volk der Davak verehrt die Biene, ihr Honig ist neben dem Fischfang eine der wichtigsten Haupteinnahmequellen. Geerntet wird er nachts, begleitet von Gebeten, um die Geister des heiligen Baums zu besänftigen...

Dienstag, 27. August 2024

Biene und Blume


Ein Blümchen vom Boden hervor,
war früh gesprosset im lieblichen Flor,
da kam ein Bienchen und naschte fein -
die müssen wohl beide füreinander sein!

                                           Johann Wolfgang von Goethe 

Samstag, 24. August 2024

Hummelköniginnen überleben eine Woche unter Wasser


Für Erdhummeln ist bei der Überwinterung Wasser die größte Gefahr. In milden Wintern können schon die Niederschläge das Erdloch fluten, spätestens bei der Schneeschmelze aber kommt es zu Überschwemmungen ihrer Höhle. Die Biologen Sabrina Rondeau und Nigel E. Raine haben dazu eine Studie durchgeführt, nachdem in einem vorangegangenen Experiment belegt worden war, dass Hummelköniginnen überlebten, obwohl sich der Behälter, in dem sie überwintern wollten, mit Wasser gefüllt hatte.

Die Wissenschaftler setzten 143 Königinnen der Östlichen Hummel in Röhrchen mit Erde und simulierten durch Kühlung eine Winterruhe. Danach wurden die Röhrchen geflutet, und die Königinnen mussten entweder untertauchen oder auf dem Wasser treiben - und das bis zu einer Woche lang! Fast 90 Prozent der Tiere überlebten, unabhängig davon, wie lange sie unter Wasser waren. Wie sich herausstellte, können Hummeln ihre Atmung auf das Sauerstoffangebot anpassen. Bei Überschwemmungen halten sie winzige Luftblasen fest, die sie zur verlangsamten Atmung heranziehen.

Die Studie gilt als Auftakt weiterer Forschungsarbeiten, denn jetzt fragen sich die Biolog*innen, was Hummelköniginnen bei längeren Überschwemmungen tun oder welche Überlebensstrategien sie für andere extremen Bedingungen parat haben.

Dienstag, 20. August 2024

BR-Beitrag zu Asiatischer Hornisse


Am Untermain rüsten sich die Imker mit Lebendfallen gegen die Asiatische Hornisse. Dort wurden bereits zwei Nester der invasiven Art entdeckt, entfernt - und am Institut für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim untersucht. Das Nest ist so groß wie ein Fußball. Aus ihm können bis zu 300 Königinnen schlüpfen. Selbst wenn nur die Hälfte überlebt, ist die Ausbreitung dieser Hornissen kaum noch zu stoppen...

Dienstag, 9. Juli 2024

Findige Wildbienen

 

Wer braucht Wildbienenhotels, wenn Holzabfall zugänglich im Garten herumliegt??? Nach dem Dachdecken im vergangenen Sommer haben wir heuer jede Menge neue Populationen 🐝🐝🐝🐝🐝


Samstag, 6. Juli 2024

Kommunen bekämpfen Insektensterben

Seit Veröffentlichung der Krefelder Studie, wonach in den vergangenen 25 Jahren bei Insekten 75 Prozent der Biomasse eingebüßt worden sind, gibt es immer mehr Initiativen, um das Insektensterben abzumildern. Weitgehend einig sind sich die Experten, dass die intensive Landwirtschaft den größten Anteil an der Entwicklung verschuldet. Effektive Abhilfe kommt dagegen häufig aus den Städten.



In Baden-Württemberg werben einige Kommunen bereits mit insektenfreundlichen Friedhöfen. Nachdem der Bund für Umwelt und Naturschutz in Stuttgart drei Gräber durch eine insektenfreundliche Bepflanzung richtiggehend belebt hat, raten sie zum Verzicht auf traditionelle Pflanzen und zur Verwendung von Natternkopf, Glockenblume, Storchenschnabel und Ochsenzunge. Sie seien nicht nur für die Tiere gut, sondern kämen auch mit weniger Pflege und Wasser als exotische Pflanzen aus.


Zudem haben die Städte die Grünpflege in eigener Verantwortung umgestellt, wie Peter Weißhuhn von der Naturschutzorganisation WWF mitteilte. Die Stadtgärtnereien hätten Rasen aus Grünstreifen und Verkehrsinseln verbannt und dort Blühmischungen ausgebracht, die nur dann gemäht würden, wenn es den Insekten nichts mehr ausmache.

Bilder: Universität Ulm

Derzeit wird die Zahl der Insektenarten in Deutschland auf 33.500 und weltweit auf 1,2 Millionen geschätzt. Während sie für Menschen oft ohne Bedeutung oder sogar nur lästig sind, bilden sie die Basis der Nahrungskette. Wenn diese Grundlage ins Wanken gerät, macht sich das aber auch am Ende dieser Kette bemerkbar, wo die Menschen stehen.

Privathaushalte rief das Senckenberg Deutsche Entomologische Institut auf, in ihren Gärten mehr Unordnung zuzulassen. "Englischer Rasen ist der Tod der Insekten", sagte Direktor Thomas Schmitt. Wenn es keine Insekten mehr zur Bestäubung der Nahrungsmittelpflanzen gebe, müssten Menschen auf Äpfel, Birnen und Heidelbeeren verzichten. Übrig blieben nur Kartoffeln, Getreide und Mais.

Selbst Mistkäfer seien lebenswichtig, weil sie Kot und Kadaver anderer Tiere abbauten. Würde diese Tätigkeit nicht mehr verrichtet, wäre eine Invasion von Maden und Fliegen die Folge. Das "Insekt des Jahres" leide aber unter dem Verlust von Lebensraum und der immer üblicheren Entwurmung von Weidetieren.

Dienstag, 2. Juli 2024

Österreichische Dokumentation über "Nazi-Bienen"


Vor einem Jahr ging es bereits im "Stockgeflüster" um die Bienenzucht im österreichischen Bundesland Kärnten (Post vom 3. Juni 2023). Der ORF hat eine 50-minütige Dokumentation zu dem Kampf um die Rassenreinheit der grauen Carnica-Biene gemacht. Reporter Robert Gordon spürt den Argumenten nach - und muss dabei beweglich bleiben, denn die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wendungen...

Samstag, 29. Juni 2024

Invasiver Kirschlorbeer? - Verkaufsverbot in der Schweiz


Der Kirschlorbeer ist als Gartenpflanze so beliebt wie umstritten. Während Menschen, die ihren Garten nur zum untätigen Genießen besitzen, seine Anspruchslosigkeit schätzen, lehnen ihn aktive Gärtner als Giftpflanze für Insekten ab. Die Blüten bieten Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen nur ein mäßiges Nektarangebot. Von größeren Pflanzenfressern wird Kirschlorbeer wegen der enthaltenen Gifte weitgehend gemieden. Eine Studie gibt den Kritikern nun noch mehr Argumente gegen die aus Kleinasien stammende Pflanze an die Hand: der Kirschlorbeer breitet sich in einigen Wäldern stark aus.


Der schnellwüchsige Busch habe ein "hohes invasives Potenzial" und werde "die Waldstruktur und die Artenzusammensetzung dauerhaft verändern", sagte Studienleiter Stefan Abrahamczyk vom Naturkundemuseum Stuttgart. Der Klimawandel werde die Entwicklung noch verstärken. Die Wissenschaftler hatten die wilde Ausbreitung der als Heckenpflanze beliebten Art im Kottenforst, einem großen Waldgebiet bei Bonn, näher untersucht. Häufigkeit, Wuchshöhe und -fläche sowie Altersstruktur und Reproduktionsfähigkeit wurden erfasst. Die ältesten Exemplare seien bereits 30 Jahre alt und bedeckten eine Fläche von 50 Quadratmetern, bilanzierte Abrahamczyk. 

Die meisten der Pflanzen seien aber deutlich jünger und kleiner, weil sie vermutlich durch die gestiegenen Windtemperaturen seit dem Jahr 2000 verstärkt etabliert wurden. Sie hätten reichlich Blüten und Früchte getragen und seien von einem Kreis Jungpflanzen umgeben gewesen. Die Beobachtungen zeigten eindeutig, dass sich der Kirschlorbeer selbstständig im Wald vermehre, weshalb er als Neophyt kategorisiert wurde. Die Pflanze sei eine Konkurrenz für alle anderen Unterholzarten. Zudem verändere sie die Bodenchemie zum Schlechteren und gefährde so wichtige Bodenorganismen. Da sich im Kottenforst keine anderen Unterholzpflanzen mehr ausbreiteten und das dichte Laub des Kirschlorbeers sogar Kriechpflanzen den Lebensraum nehme, rieten die Experten dazu, Kirschlorbeer auch als invasiv einzustufen. Die Entscheidung dafür muss jedoch das Bundesamt für Naturschutz fällen.


In der Schweiz wurde bereits ein Verkaufsverbot für Kirschlorbeer beschlossen. Ab September darf dort Kirschlorbeer - und auch andere als invasiv eingestufte - nicht mehr gehandelt werden. So soll verhindert werden, dass sich Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und Schäden anrichten.

Dienstag, 25. Juni 2024

Nach Beruhigung beim Schwärmen jetzt Aufregung um Wespen

So allmählich dürften sich bei uns Imkern die panischen Anrufe legen, dass sich ein Bienenschwarm irgendwo niedergelassen hat. Allerdings wird das Telefon nicht lange stillstehen, weil jetzt vermehrt Wespen die Nähe von Menschen suchen, um ihre Ernährung zu sichern. Denn wenn die meisten Blühpflanzen durch sind, haben Wespen hohen Nahrungsbedarf, weil sie männliche Nachkommen und Jungköniginnen nachziehen.


Allerdings kommen nur zwei der zwölf in Bayern einheimischen Wespenarten tatsächlich an den gedeckten Tisch: die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe, wie der zertifizierte Hornissen- und Wespenberater des Bund Naturschutzes in München, Hans Greßirer, mitteilte. Die anderen zehn Arten seien Insektenjäger und fütterten ihren Nachwuchs mit Fliegen, Mücken, Motten, Spinnen oder auch Aas. Dadurch avancierten sie zu einer tierischen Gesundheitspolizei, die eine wichtige Position in der Nahrungskette und in den Ökosystemen besetze.

Um sich an der Kaffeetafel im Garten der Wespen zu erwehren, sei es gut, schon vorbeugend etwas abseits regelmäßig Wurst, Schinken, Marmelade oder überreifes Obst auszulegen, riet der Experte. Wespen gewöhnten sich rasch an solche Ablenkfütterungen und ignorierten dann den für Menschen gedachten Kuchen. 

Zwei Königinnen an Ablenkfutterstelle (Foto: Hans Greßirer)

Angesichts des dramatischen Insektensterbens sollten Wespen und Hornissen nicht getötet werden. Von den etwa 600 in Deutschland heimischen Wespenarten seien 255 gefährdet, weil sie keine geeigneten Lebensräume mehr finden. Nester in Rolladenkästen oder Dachböden sollten deshalb geduldet werden. Wenn sie im Herbst natürlich abgestorben sind, sollten die Nester entfernt, die Stellen gründlich gereinigt und die Zugänge gegen Neubesiedelungen abgedichtet werden.

Wer Wespennester dennoch umsiedeln lassen möchte, kann sich an den Bund Naturschutz, 089/515676-0, info@bn-muenchen.de, wenden. In Notfällen hilft außerdem die Feuerwehr, erreichbar über die Notrufnummer 112.

Freitag, 21. Juni 2024

Hummel-Challenge 2024

Das Thünen-Institut in Braunschweig hat zur dritten Hummel-Challenge aufgerufen. Noch bis 3. Juli können Fotos entweder auf die Website Observation.org hochgeladen oder über die kostenlose App ObsIdentify - dafür ist aber ein Benutzeraccount nötig - gemeldet werden. 


Da Hummeln am besten beim Blütenbesuch zu fotografieren sind, hofft das Institut darauf, neben den vollständig abgebildeten Tieren auch die Futterpflanzen erkennen zu können. Pro Meldung könnten auch mehrere Bilder der Hummel aus unterschiedlichen Perspektiven eingereicht werden. Dann falle die wissenschaftliche Bestimmung leichter. Für die Teilnehmer*innen wertet die KI die Bilder sofort aus und bestimmt die Art.

Am Thünen-Institut geht es neben der Forschung an Hummeln als wichtigste Bestäubergruppe auch um die erfassten Geodaten. Sie gäben Aufschluss über die Verbreitung der Tiere und womöglich auch Hinweise für die Landwirtschaft, erklärten das Institut und die Projektverantwortliche beim Bund Naturschutz, Martina Gehret. Die Umweltorganisation unterstützt die 2022 eingeführte Hummel-Challenge und ruft ihre Mitglieder regelmäßig dazu auf, sich an dem Citizen-Science-Projekt zu beteiligen, um den Zustand und die Entwicklung von Wildbienenbeständen in Deutschland abklären zu können.

Männliche Erdhummel (Foto: Thünen-Institut/Josephine Kulow)

Während zum Auftakt der 2024er-Challenge im Frühjahr schon die Hummelköniginnen gemeldet werden sollten, legen die Wissenschaftler bei der Auswertung dieser Sommerzählung das Augenmerk auf männliche Hummeln. Auf die Ergebnisse der Studie darf man jetzt schon gespannt sein...