Dienstag, 20. Juni 2023

Gartenhummel ist Gartentier 2023


Die Gartenhummel ist zum Gartentier des Jahres 2023 gekürt worden. Bei der von der Heinz Sielmann Stiftung veranstalteten Wahl erhielt sie 4.413 der insgesamt 10.933 abgegebenen Stimmen. 

Auf dem zweiten Platz folgte der Regenwurm mit 1.777 Stimmen, wie die Stiftung mitteilte. Nach der Blauschwarzen Holzbiene im vergangenen Jahr sei damit zum zweiten Mal eine Wildbiene gewählt worden. Ebenfalls vorgeschlagen waren der Schwalbenschwanz (1.416 Stimmen), die Mönchsgrasmücke (1.375), das Mauswiesel (1.261) und der Goldglänzende Rosenkäfer (691). 

"Das starke Votum für die Gartenhummel in diesem Jahr zeigt uns, dass viele Menschen über die Bedeutung der Hummeln als Bestäuber von Pflanzen mittlerweile Bescheid wissen", sagte Stiftungssprecher Florian Amrhein. "Aber auch das Insektensterben, von dem auch viele Hummelarten bedroht sind, scheint immer stärker in den Köpfen anzukommen." 


Die Gartenhummel gehört den Angaben zufolge zu den häufigen Hummelarten in Deutschland und Europa. Mit ihrem extrem langen Rüssel kann sie bis zu zwei Zentimeter tief in Blüten hinabtauchen. Besonders gern fliegen die bepelzten Insekten Schmetterlingsblütler wie Klee, Wicken und Ginster an.

Dienstag, 13. Juni 2023

Hortensien

 


Jetzt brüsten sie sich wieder
In die samtdufenden Blätter
Zieht sich rosa der Wind zurück
Er kommt vom See vom Schilf
Das die Ufer bewimpert
Die Bienen halten die Uhren auf

Dann geht ein Lachen hoch in die Wolken
Schüttelt Wege und Büsche
Bis tausende Fallschirme landen
Aus Blüten und Myrrhenbergen
Und füllt den Gartenbrunnen mit Himmel
Der trägt und bleibt und verwandelt

                                     Matthias Buth
aus: Naturgedichte von Reclam

Samstag, 10. Juni 2023

11,6 Prozent Verluste in vergangenem Winter

Das Fachzentrum Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen hat seine Statistik zu den jüngsten Winterverlusten veröffentlicht. Demnach wurden fast 100.000 Völker eingewintert, aber jedes neunte Volk überlebte nicht: es starben 11,6 Prozent. Im vorangegangenen Winter waren es fast 21 Prozent, im Schnitt der vergangenen zehn Jahre 15 Prozent.


Christoph Otten, Leiter des Fachzentrums, führte die relativ niedrigen Winterverluste auf die Tatsache zurück, dass die Bienen in der zurückliegenden Saison sehr vital in den Winter gegangen seien. - Wobei die Datenlage regional sehr schwankend ausfalle. So beklagten Imker in Schleswig-Holstein einen Verlust von 21,4 Prozent, während es in Baden-Württemberg nur 8,8 Prozent waren.

Die Daten seien zudem nur eingeschränkt vergleichbar, weil verschieden viele Meldungen eingegangen waren. So beteiligten sich aus Bayern fast 2.000 Imker, während es aus Mecklenburg-Vorpommern nur 86 waren. "Je geringer die Fallzahlen, desto wackeliger sind die Aussagen", schränkte Otten ein. Bundesweit machten etwa 8.000 der 100.000 Imkereien Angaben. Das mache die Daten zwar nicht repräsentativ, aber Vergleiche zwischen den Jahren seien valide, da vermutlich immer dieselben Imker ihre Verluste meldeten.

Auswertungen der Meldungen durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) im unterfränkischen Veitshöchheim zufolge lag der Anteil der Winterverluste in Bayern bei 11,1 Prozent. Besonders gering sei der Prozentsatz in Unterfranken (8,6 %) und der Oberpfalz (9,6 %). Die höchste Quote verbuchte Oberbayern mit 13 Prozent. In absoluten Zahlen seien über 25.000 Völker eingewintert worden, knapp 3.000 starben.

LWG-Chef Stefan Berg erklärte, vermutlich seien die Bienen gesünder durch den Winter gekommen, weil sie bei milden Temperaturen zwischendurch ausfliegen und die Kotblase leeren konnten. Das habe möglichen Darmerkrankungen vorgebeugt. Problematisch sei dagegen der lange Winter gewesen, aber die Imker im Freistaat hätten augenscheinlich im Herbst gut aufgefüttert.

Dienstag, 6. Juni 2023

Wiegenlied


Singet leise, leise, leise,
singt ein flüsternd Wiegenlied;
von dem Monde lernt die Weise,
der so still am Himmel zieht.
Singt ein Lied so süß gelinde,
wie die Quellen auf den Kieseln,
wie die Bienen um die Linde
summen, murmeln, flüstern, rieseln.

                                Clemens Brentano

Samstag, 3. Juni 2023

Zucht oder "rassistischer Fanatismus"?

 

Im österreichischen Bundesland Kärnten ist das umstrittene Gesetz nachgebessert worden, das die Kärntner Biene schützen soll. Was viele Imker unterstützen, wird von anderen aber weiter heftig kritisiert. Denn es sieht auch vor, bei Vermischungen ganze Völker zu vernichten oder empfindliche Strafen zu verhängen.

Den Anfang nahm das Problem 2018 in Stockenboi. Dort war ein Imker aufgefordert worden, seine Königinnen zu ersetzen, weil sie "zu dunkel" seien. Der Betroffene, Sandro Huter, wies die Forderung als "rassistischen Fanatismus" zurück. Sogar Gerhard Klinger, Vorsitzender des Züchtervereins Lavanttaler Carnica, bekräftigte die Aussage. Gegenüber der "New York Times" sprach er von "rassistischer Diktatur wie unter den Nazis".

Der Bezug mag extrem erscheinen, aber tatsächlich sind nach dem Kärntner Bienenwirtschaftsgesetz nur reinrassige Kärntner Carnica-Bienen erlaubt, die über hellgraue Unterleibsringe verfügen. Das Halten anderer Bienenrassen ist genehmigungspflichtig, eine Vermischung unerwünscht. - So hatte NS-Imker Gottfried Götze das Fundament gelegt. Er sorgte sich darum, dass importierte Arten den Verlust der heimischen "deutschen" Biene verursachen könnten, und erstellte Zuchtprogramme zum Gegensteuern. Sein Fanatismus führte dazu, dass nördlich der Alpen hellere Carnica die dunkleren, heimischen Mellifera-Bienen verdrängten.

Mittlerweile zeigen Studien, dass ein Großteil der etwa 500 Millionen Bienen in den 45.000 Kolonien in Kärnten sich in ihrer Färbung zu stark unterscheiden, um sich laut geltender Definition überhaupt noch als Kärntner Bienen einordnen zu lassen. Experten rieten deshalb dazu, als wesentliches Erkennungsmerkmal das Verhalten der Bienen festzulegen, denn die Kärntner Biene gilt als "umgänglich" gegenüber Menschen.

Sandro Huter klagte durch alle Instanzen - und erhielt Recht. Letztlich wurde die Definition der Rasse erweitert. Im neuen Gesetz wird nicht mehr nur die Farbe beurteilt, sondern auch die Flügel der Bienen und die Länge ihrer Körperhaare. Allerdings ging mit der Novelle auch eine Strafverschärfung einher. Das Halten "falscher" Bienen wird nun mit 7.500 Euro Strafe geahndet. Bei Gefahr in Verzug werden auch ganze Völker abgetötet.

Kirsten Traynor, Direktorin des Instituts für Bienenforschung an der Universität Hohenheim in Stuttgart, kritisierte das Beharren der österreichischen Behörden auf der Rassenreinheit von Bienen. Es ergebe zwar Sinn, lokal angepasste Bienen zu fördern, aber sinnvoller sei es, die beste mögliche Biene zu züchten, sagte sie.

Dienstag, 30. Mai 2023

Blüten für Bienen und Schmetterlinge

(c) Botanischer Garten/Max Winkler

Dr. Ursula Kaupert, Biologin und gern gesehene Referentin beim Imkerverein Gräfelfing und Umgebung, bietet am Sonntag, 25. Juni, im Botanischen Garten in München eine Führung zu insektenfreundlichen Pflanzen an. Die Teilnehmergebühr in Höhe von 3.- Euro wird direkt am Treffpunkt um 10.00 Uhr vor dem Gewächshauseingang kassiert. Eine Anmeldung zur Führung ist nicht nötig.

Samstag, 27. Mai 2023

NABU-App zur Insektenbestimmung

Der Naturschutzbund Deutschland/NABU hat im Rahmen seiner "Insektensommer"-Aktion eine App entwickelt, mit der Insekten bestimmt und die Art für eine Bestandsaufnahme an eine Datenbank geschickt werden kann. 


In der Anwendung ist sie für die Nutzerinnen und Nutzer vor allem zur Bestimmung unbekannter Arten in Sekundenschnelle von Interesse. Sie enthält 457 Porträts von sechsbeinigen Arten - immer mit Bildern und den wichtigsten Informationen, häufig mit weiteren faszinierenden Details. NutzerInnen nähern sich der gesuchten Spezies durch immer nähere Eingrenzung an - und erhalten dabei immer weiterführende Informationen. 


Der NABU profitiert von der Internetanwendung immer dann, wenn die NutzerInnen die gesichteten Insekten auch über die App melden. Deshalb ist ein Formular enthalten, das alle wichtigen Informationen abruft, vom Ort der Sichtung über das Entwicklungsstadium des Tiers bis zur Anzahl der beobachteten Insekten. Selbst für Arten, die der App unbekannt sind, ist das Formular ausgestattet.

Hier geht's direkt zum Link, um die App herunterzuladen. Und wie schreibt der NABU so nett?: Viel Spaß beim Eintauchen in die Vielfalt der kleinen Krabbler, Flieger und Hüpfer.

Dienstag, 23. Mai 2023

Schnell entschlossene Schwärme


Fische, Vögel und Bienen bilden deshalb Schwärme, weil sie zusammen findiger sind, als sie es auf sich allein gestellt wären. Sie veranstalten keine Wahlen, keine Meinungsumfragen. Sie bilden ein System. Sie interagieren und treffen gemeinsam, sofort Entscheidungen.
                                                                                                         Louis B. Rosenberg

Samstag, 20. Mai 2023

Mehr Wertschätzung für Insekten gefordert

Zum Weltbienentag haben Fachleute zu mehr Wertschätzung für die Krabbeltierchen aufgerufen. "Mohn-Mauerbiene, Hosenbiene, Maskenbiene oder Wollbiene: Es gibt so viele verschiedene einzigartige Wildbienen", sagte die Insektenexpertin des Naturschutzbundes (NABU), Laura Breitkreuz. Auch andere Insekten wie Käfer, Wespen, Ameisen, Schmetterlinge oder Fliegen seien für das Ökosystem von hoher Bedeutung.

Die Insekten übernähmen nicht nur die Bestäubung von etwa 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen, betonte Breitkreuz, sie hätten auch Schlüsselfunktionen bei den natürlichen Nährstoffkreisläufen und dienten anderen Tieren als Nahrungsquelle. "Sie haben unser aller Aufmerksamkeit daher mehr als verdient", führte die Expertin aus.

Die Insektenbestände gehen seit Jahrzehnten dramatisch zurück. In den deutschen Naturschutzgebieten ist die Biomasse fliegender Insekten laut NABU in den vergangenen 30 Jahren um etwa drei Viertel gesunken. Auch auf Wiesen, Weiden und im Wald seien in nur zehn Jahren etwa 35 Prozent weniger Insektenarten gemessen geworden.

Mit heimischen Wildblumen und Kräutern sowie dem Verzicht auf Pestizide könne jeder und jede im eigenen Garten oder auf dem Balkon etwas für Insekten tun, hieß es. Auch lädt der NABU demnächst zum "Insektensommer" ein: Vom 2. bis 11. Juni sowie vom 4. bis 13. August mögen Interessierte eine Stunde lang alle Sechsbeiner an einem schönen Platz im Garten, auf der Wiese oder am Wasser zählen und dokumentieren.

Dienstag, 16. Mai 2023

Maeterlincks Grundlagenbuch für Imker auf der Bühne

Das Theater Bremen hat - man kann es sich kaum vorstellen - eines der Grundlagenwerke für Imker, das 1901 erschienene "Das Leben der Bienen" des belgischen Literaturnobelpreisträgers Maurice Maeterlinck (1862-1949), auf die Bühne gebracht. "Bienen. Ein Naturschauspiel" wurde zum Weltbienentag am 20. Mai produziert - und bei der Premiere vor ausverkauftem Haus gefeiert.


Regisseur Felix Rothenhäusler und Dramaturgin Theresa Schlesinger betonten, sich in ihrer Inszenierung den Bienen nur annähern zu wollen: "Wir zeigen ein Idealbild der Biene im Jahreszeiten-Rhythmus." Bedrohungen wie durch Pestizide oder Varroa blieben außen vor. Das Stück konzentriere sich auf den Kosmos des Bienenstaats - mit dem ersten Bienenbrot im Frühjahr, Schwarmstimmung, Prinzessinnen und ihren Hochzeitsflügen sowie der Drohnenschlacht. 


Das sechsköpfige Ensemble nutzte neben der klassischen Bühne den ganzen Saal, wodurch die Zuschauer auf den Rängen zu den Bienen im Stock avancierten. So, wie die sechsbeinigen Hautflügler, mussten sich auch die Zuschauer ständig einen neuen Platz suchen, so dass das ständige Arbeiten in der Beute erlebbar wurde. Livemusik und Sprechtexte führten mal sachlich, mal poetisch in 70 Minuten durchs Bienenjahr, das sich zwar laienhaft vom Frühjahr bis zum Winter zieht, aber doch einen Blick in eine Welt eröffnet, in der Pflicht und Ordnung regieren.


"Wenn man rausgeht, hat man vielleicht eine andere Wahrnehmung, wie wir mit unserer Umwelt umgehen", hoffte Schlesinger. - Ihr Wort in allen Göttern Ohr! Wer wirklich gut aufgepasst hat, wird seinen Garten dann hoffentlich nicht mehr als Steinwüste gestalten, Hecken pflanzen, Bäume setzen und Brennnesseln gedeihen lassen...