Samstag, 18. Mai 2024

Unbekannte Wespenart in Bernstein entdeckt

Insektenforscher aus Deutschland und Frankreich haben in einem 100 Millionen Jahre alten Bernstein eine bislang unbekannte Wespenart entdeckt.


"Es handelt sich um ein lange gesuchtes Puzzleteil, das uns hilft, die Stammesgeschichte dieser heute nahezu weltweit verbreiteten Wespengruppe zu verstehen", teilte Volker Lohrmann vom Übersee-Museum Bremen mit, der die Wespe im Fachblatt "Insects" beschrieb. Die heutigen Verwandten ließen sich weltweit finden, auf allen Kontinenten abgesehen von der Antarktis. In Deutschland würden die sogenannten Plattwespen sogar als Nützlinge zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Ein privater Sammler aus Niedersachsen hatte den Bernstein aus der Kreidezeit im Norden Myanmars entdeckt und der Forschung überlassen, da zur Untersuchung der eingeschlossenen Schätze hochauflösende Mikroskope nötig sind. Da der betroffene Stein aber durchsichtig ist, dämmerte bereits bei der lichtmikroskopischen Untersuchung, dass es sich um einen aufregenden Fund handelte.


Der Abgleich des Fossils mit der wissenschaftlichen Literatur ergab, dass es sich um eine Wespenart einer bisher unbekannten Gattung handelt. Das Fossil der "Hukawngepyris setosus" stellte sich dann als fast doppelt so alt heraus wie die bisher bekannten ältesten Vertreter der Plattwespen. So aufregend der Einzelfund auch sei, sagte Lohrmann, aber er werfe mehr Fragen auf, als er Antworten gebe. Denn der Bernstein eröffne als einmaliges Fenster einen Blick in die Welt vor etwa 100 Jahren, aber gebe keine Auskunft darüber, wo die Wespe damals verbreiten war oder wann und warum sie ausstarb.

Samstag, 11. Mai 2024

Immer häufigere Sichtung von Asiatischen Hornissen


Die eingeschleppte Asiatische Hornisse hat sich im vergangenen Jahr rasant ausgebreitet. In Bayern wurden in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg fünf Nester entdeckt. Im Süden des Freistaats könnte die Art von Österreich her einwandern, aktuell wurden Exemplare bereits in Salzburg gefangen. - Der Trend verheißt aus Expertensicht nichts Gutes. Das Tier, das sich von Honigbienen und anderen Insekten ernährt, breitet sich durch den Temperaturanstieg rasanter als schon befürchtet aus und dürfte sich nach einem milden Winter ohne dauerhaften Frost heuer nochmals stark vermehren.

Die Universität Hohenheim pflegt zwei Karten mit Standorten von Sichtungen: eine von Baden-Württemberg, die ständig aktuell gehalten wird, und eine von ganz Deutschland, die Auskunft über das abgelaufene Jahr gibt (hier der Link). Demnach gab es 2023 allein beim westlichen Nachbarn Bayerns 550 gemeldete Nester - was einer Verzwanzigfachung des Aufkommens gegenüber 2022 bedeutete.


  
Der Nabu-Landesverband Baden-Württemberg warnte vor nicht abzusehenden Gefahren für die heimische Insektenwelt und sogar die Landwirtschaft. Denn ein Nest mit etwa 1.000 Asiatischen Hornissen verbrauche deutlich über elf Kilogramm Insekten pro Jahr und fresse auch Obst. Einer Studie zufolge waren die Schäden durch die Vespa velutina im Obst- und Weinbau in Galizien und Portugal im vergangenen Jahr erheblich.

Dienstag, 7. Mai 2024

Lichtverschmutzung in Bayern zurückgegangen

Bayerns Städte halten sich laut einer Stichprobe des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) überwiegend an die Vorgaben zur Lichtverschmutzung. Dies schloss der Verband aus einer Untersuchung per Stichprobe in etwa 70 bayerischen Groß- und Kleinstädten.

Bild: LBV

Der Freistaat hatte den Kommunen nach dem "Rettet die Bienen"-Volksbegehren im Jahr 2019 Vorgaben gemacht, um Lichtverschmutzung zu verringern. Öffentliche Gebäude dürfen seither nach 23.00 Uhr nicht mehr angestrahlt werden. Beleuchtete Werbetafeln und auch sogenannte Himmelsstrahler sind zudem verboten.

Die Untersuchung des LBV zeigte demnach, dass sich 80 Prozent der in die Stichprobe aufgenommenen Kommunen an die Vorgaben halten. Das sei "ein Anfang mit Vorbildcharakter", lobt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer. Aber in zwölf Prozent der Fälle sei die Beleuchtung auch nach 23.00 Uhr noch angeschaltet gewesen. 

Insbesondere Insekten werden laut LBV von künstlichem Licht angezogen und sterben dann aufgrund von Erschöpfung oder durch Verbrennen. Zugvögel verlören zudem ihre Orientierung, und auch Menschen schliefen bei zu viel Licht schlechter. "Wir müssen uns klarmachen, dass wir mit künstlicher Beleuchtung Tieren und Pflanzen Lebensräume entziehen. Unser ohnehin stark gestresstes Ökosystem gerät damit weiter unter Druck", sagte Schäffer.

Samstag, 4. Mai 2024

Giftcocktail lässt Hummeln kalt

Wildbienen sind in der Natur verschiedenen Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt, die eine potenziell giftige Wirkung haben können. Eine Studie der Uni Würzburg zeigt jetzt, dass Hummeln relativ robust gegenüber diesen Mitteln sind.


Das Team vom Biozentrum der Uni Würzburg hatte dafür in Kooperation mit der Uni Bayreuth eine Hummelkolonie geteilt und die Tiere sowohl einzelnen Insektiziden und Fungiziden als auch Kombinationen dieser Pflanzenschutzmittel ausgesetzt. Im Anschluss untersuchten die Wissenschaftler Lernfähigkeit und Flugaktivität der so behandelten Hummeln. Dabei zeigten sich keine negativen Auswirkungen.
 
"In der Natur sind Bienen nicht nur einzelnen Stressoren ausgesetzt, sondern treffen in der Regel auf eine Vielzahl von Faktoren, die negative Effekte auf die Bestäuber haben können. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zählt dabei zu den Hauptursachen des Insektenrückgangs", erklärte die Hauptautorin der Studie, die Zoologin Ricarda Scheiner. Wildbienen nehmen auf ihren Sammelflügen viele verschiedene Pflanzenschutzmittel auf und tragen diese über die Nahrung in die Kolonie ein. 

Da zugleich bekannt ist, dass Pestizidgemische nicht direkt zum Tod führen müssen, sondern auch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit nach sich ziehen können, sollten die Effekte der Mischungen auf das Verhalten der Hummeln untersucht werden. Konkret testeten die Forscher das Lernverhalten und die Flugaktivität nach einer Behandlung mit einem Insektizid, einem Fungizid und deren Mischung und verglichen die Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe. 

Dafür wurden die Hummeln in einer Flugarena auf farbige Blütenattrappen konditioniert. Sie sollten lernen, eine bestimmte Blütenfarbe mit einer Zuckerwasser-Belohnung zu verknüpfen und diese dann gezielt anzufliegen. Das Ergebnis: Die verschiedenen Pflanzenschutzmittel-Behandlungen zeigten keinen Effekt auf die Lernfähigkeit der Hummeln. "Die Versuche zeigen, dass die Hummel gegenüber Stressoren wie Pflanzenschutzmitteln recht robust zu sein scheint", fasste Doktorandin Antonia Schuhmann das zentrale Ergebnis der Studie zusammen. 


Wie andere Wildbienen in den Versuchen abschneiden würden, bleibe jedoch unklar. "Die Hummel profitiert durch ihre soziale Lebensweise in der Kolonie, die toxische Effekte abpuffern und schwachen Bienen das Überleben sichern kann", sagt Ricarda Scheiner. Zudem unterschieden sich Hummeln in ihrer Körpergröße von vielen solitär lebenden Wildbienen, die deutlich kleiner sind. Nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen benötigt es deshalb dringend weitere Versuche, um die Wirkung von Pflanzenschutzmittel-Mischungen auf verschiedene Wildbienenarten zu verstehen.

Dienstag, 30. April 2024

Bayer plant mit Bioinsektizid für Raps

Der Chemiekonzern Bayer will erstmals ein Bio-Insektenvernichtungsmittel für Ackerkulturen auf den Markt bringen. Vom britischen Pflanzenschutzmittelhersteller AlphaBio Control übernehme man exklusive Vermarktungsrechte an einem Bioinsektizid, das beim Raps- und Getreideanbau verwendet werden könne und das erste seiner Art sei, teilte Bayer in Leverkusen mit. Die Markteinführung sei für 2028 geplant.


Finanzielle Angaben machte Bayer nicht. Der Konzern arbeitet bereits seit einigen Jahren mit AlphaBio Control zusammen und vertreibt schon das Bioinsektizid Flipper der Briten, das im Obst- und Gemüsebau eingesetzt werden kann. Grundsätzlich gebe es am Markt mit biologischen Pflanzenschutzmitteln ein hohes Wachstumspotenzial, sagte Crop-Science-Manager Glaubitz. Bayer strebe bis 2035 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro mit sogenannten Biologika an.

Samstag, 27. April 2024

Broschüre zur Bestimmung von Wildbienen


Das bundeseigene Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig hat eine ausführliche Broschüre zur Bestimmung von Wildbienen herausgegeben. Das Augenmerk liegt ausschließlich auf in Hohlräumen nistenden Wildbienen und Wespen, damit Menschen, die Nisthilfen in ihrem Umfeld aufstellen, auch wissen, für welche Hautflügler sie das tun.


Die Broschüre ist nicht nur schön aufgemacht und gut bebildert, sondern dokumentiert die verschiedenen Entwicklungsstufen der Insekten - vom Ei über die Larven bis zum geschlüpften Insekt, so dass die Bestimmung wirklich in jedem Stadium gelingt.


Ergänzt werden die Grafiken und Fotos mit grundlegenden Informationen über die Lebensweise der Insekten, die idealen Ökosysteme und über ihre Gegenspieler. Auf Landkarten wird zudem abgebildet, wo die Arten in Deutschland vertreten bzw. gefährdet sind. Die wirklich äußerst informative und hilfreiche Broschüre ist hier herunterzuladen.

Dienstag, 23. April 2024

Allmächtige Imker...


Das Halten von Bienen ist wie das Lenken von Sonnenstrahlen.
                                                                                           Henry David Thoreau

Samstag, 20. April 2024

Der nächste arte-Film übers Imkern


Der deutsch-französische Kultursender arte hat in seinem Familienprogramm einen weiteren Film über die Imkerei gemacht: Therese Engels porträtiert in der 53 Minuten langen Reportage "Slowenien - Land des Honigs" den in vierter Generation imkernden Erik Luznar, der von seinem Vater 300 Völker übernommen hat. 

Er steht für eine neue Generation Imker, die zwar den guten Ruf der Honignation Slowenien schätzt, aber der damit verbundenen Folklore mit Sätzen wie "Bienenzucht ist die Poesie der Landschaft" ein Ende bereiten will. In seinem Fokus steht der wirtschaftliche Erfolg für seine harte Arbeit. Rückschläge verursachen aber das Wetter, zunehmende Kreuzungen der Krainer Biene und sogar Bären. 

Dienstag, 16. April 2024

Faulbrut-Ausbruch in München

Auf der Schwanthalerhöhe in München ist die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Das Kreisverwaltungsreferat hat deshalb einen Sperrbezirk im Radius von einem Kilometer um die betroffenen Bienen erlassen. Imker im Sperrbezirk müssen ihre Völker umgehend dem Amtstierarzt melden, eine Untersuchung zulassen und dürfen weder Bienen noch ihre Produkte aus dem Bezirk heraus bringen.

Kontakt:
Städtisches Veterinäramt München
Implerstr. 11
81371 München
veterinaeramt-bienen.kvr@muenchen.de
089-233-39613

Bleibt gesund, auch Eure Mädels!

Hörst du?


Das Summen der Bienen
Das Pfeifen der Mäuse
Das Quaken der Frösche

Das Gurren der Taube
Das Klopfen des Spechtes
Das Röhren des Hirsches

Das Heulen des Windes
Das Rauschen der Blätter
Das Knarren der Äste

Das Kreischen der Säge

                                  Manfred Schlüter
aus: Naturgedichte von Reclam