Sonntag, 19. Juli 2020
Montag, 13. Juli 2020
Donnerstag, 9. Juli 2020
Zum Hummelflug der Bienenwalzer
Der Eichenauer Hobbyimker, Musiker und Lehrer Günter Renner hat mit seiner Band Café Voyage die Single "Bee Waltz" veröffentlicht. Das Stück zu Ehren der Bienen wird vom Label smart und nett vertrieben - und ist auch auf Youtube zu hören.
Danke an Günter Renner, Klemens Jackisch und Maria Friedrich.
Sonntag, 5. Juli 2020
Hummeln sind heimliche Gärtner
Seit Urzeiten bieten Pflanzen Bienen mit Pollen und Nektar Nahrung. Im Gegenzug revanchieren sich die Insekten mit der Bestäubungsarbeit. Eine echte win-win-Situation, die wir am heutigen Tag der deutschen Imkerei feiern: Die einen werden satt, die anderen vermehren sich. Doch wie viele andere natürliche Prozesse, die sich im Lauf der Evolution aufeinander abgestimmt haben, gerät mit dem Klimawandel auch diese Symbiose aus dem Gleichgewicht. Die steigenden Temperaturen lassen nämlich viele bestäubende Insekten nach dem Winter früher wieder aktiv werden - zu früh, um sich an Blüten satt zu fressen.
![]() |
| Bild: Meatle/pixabay |
So haben polnische Wissenschaftler etwa nachgewiesen, dass die vier häufigsten europäischen Hummelarten in den vergangenen 30 Jahren ihre Hauptflugperiode um teilweise mehr als drei Wochen vorverlegt haben. Zwar produzieren auch Pflanzen ihre Pollen heute früher als vor ein paar Jahrzehnten, allerdings nicht in dem Maß, wie die Insekten früher schwärmen. Das liegt daran, dass die Entwicklung der Pflanzenblüte stark von der Tageslichtdauer abhängt - und an dieser kann selbst der Klimawandel nicht rütteln.
Das Phänomen, das Forscher "trophische Asynchronität" oder einfach "mismatch" nennen, kann im schlimmsten Fall Nahrungsmangel oder gar Tod bedeuten - für manche Tiere, aber auch für ganze Populationen. Tiere versuchen deshalb mit viel Energie und teils verblüffenden Strategien die klimabedingten Ungleichgewichte wieder ins Lot zu bringen. So liefern sich viele Zugvögel ein Wettrennen auf Leben und Tod mit der Erderwärmung. Einige Arten verkürzen die Zeit im Winterquartier, andere reduzieren die Zahl der Zwischenrastplätze und fliegen längere Strecken ohne Pause. Das Ziel ist immer das gleiche: So früh wie möglich wieder zurückzukehren. Nur so können sie verhindern, dass der zeitlich immer stärker vorrückende Insektenboom schon vorbei ist, wenn sie die Tiere als Nahrung für ihre Jungen am dringendsten brauchen. Schaffen sie es nicht, verhungert der Nachwuchs.
Eine neue spektakuläre Anpassungsleistung bei Insekten haben jetzt Wissenschaftler aus Frankreich und der Schweiz entdeckt. In ihrer Studie wiesen Foteini Pashalidou vom französischen Umweltinstitut INRAE und der Zürcher Professor Mark Mescher nach, dass Hummeln die Umweltveränderungen nicht einfach nur erdulden, sondern aktiv etwas dagegen unternehmen: Wie ein Volk von Supergärtnern sorgen sie dafür, dass Pflanzen schneller erblühen und ihnen so Futter liefern.
Die Forscherinnen und Forscher hatten bei frei lebenden Hummeln eine merkwürdige Beobachtung gemacht: Die Tiere schnitten mit Hilfe ihrer Rüssel und Unterkiefer winzige Löcher in die Blätter noch nicht erblühter Pflanzen. Warum, konnten sich die Wissenschaftler nicht erklären. Hatte es etwas damit zu tun, dass die angeknabberten Pflanzen noch keine Blüten und damit Pollen produziert hatten?
Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, setzten sie ihre Beobachtungen an in Gefangenschaft gehaltenen Hummelvölkern und Wildvölkern auf dem Dach der Hochschule in Zürich fort. Hier konnten sie nachvollziehen, was mit den angenagten Pflanzen geschah. In der Tat hatte die Hummel-Knabberei einen drastischen Effekt. Die von den Hummeln beschädigten Pflanzen erblühten nämlich deutlich früher als nicht geschädigte Pflanzen derselben Art am gleichen Standort. Je nach Pflanzenart konnten die Hummeln die Blüte mit ihrer Manipulation zwischen zwei und vier Wochen vorverlegen.
Aber warum versetzt das Knabbern die Pflanzen in eine Art Blühturbo? Bekannt ist, dass Pflanzen unter Stress oder Verletzungen sogenannte Notblüten ausbilden, um vor ihrem drohenden Tod Samen zu bilden und damit die Fortpflanzung über das eigene Leben hinweg zu sichern. Allerdings kann das nicht die alleinige Erklärung sein. Denn auch die Forscher versuchten, durch Einschnitte mit Rasierklingen an den Pflanzen den Effekt nachzuahmen. Das klappte aber nicht im gleichen Ausmaß. Es scheint ein "hummelspezifischer Faktor im Spiel" zu sein, formulierten die Studienautoren vorsichtig.
Der an der Queen Mary University in London lehrende Ökologe Lars Chittka hielt es in einem in "Science" erschienenen Kommentar zur Studie für möglich, dass Hummeln bei den Bissen den Pflanzen Chemikalien injizierten, die das rasche Erblühen fördern.
Ob die angeknabberten Pflanzen ihrerseits einen Vorteil von der vorzeitigen Blüte haben, ist ungewiss. Vielleicht ermöglicht es der Effekt ihnen, bestäubt zu werden, während ein Überangebot von Bestäubern herrscht. Vielleicht können sie sich aber der Manipulation der Hummeln einfach nur nicht erwehren. An sich ist im Nachteil, wer viel früher Blüten treibt als das Gros seiner Artgenossen. Denn es ist dann schwerer, befruchtungsfähige Partner zu finden.
Aus ökologischer Sicht könnte aus der anfänglichen Beobachtung von Hummeln, die an Blättern knabbern, eine weit reichende Erkenntnis erwachsen sein: Dass zumindest manche Tierarten aktiv etwas der klimawandelbedingten Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen entgegensetzen können. Das sei eine "ermutigende Interpretation der neuen Erkenntnisse", schrieb Chittka.
Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, setzten sie ihre Beobachtungen an in Gefangenschaft gehaltenen Hummelvölkern und Wildvölkern auf dem Dach der Hochschule in Zürich fort. Hier konnten sie nachvollziehen, was mit den angenagten Pflanzen geschah. In der Tat hatte die Hummel-Knabberei einen drastischen Effekt. Die von den Hummeln beschädigten Pflanzen erblühten nämlich deutlich früher als nicht geschädigte Pflanzen derselben Art am gleichen Standort. Je nach Pflanzenart konnten die Hummeln die Blüte mit ihrer Manipulation zwischen zwei und vier Wochen vorverlegen.
Aber warum versetzt das Knabbern die Pflanzen in eine Art Blühturbo? Bekannt ist, dass Pflanzen unter Stress oder Verletzungen sogenannte Notblüten ausbilden, um vor ihrem drohenden Tod Samen zu bilden und damit die Fortpflanzung über das eigene Leben hinweg zu sichern. Allerdings kann das nicht die alleinige Erklärung sein. Denn auch die Forscher versuchten, durch Einschnitte mit Rasierklingen an den Pflanzen den Effekt nachzuahmen. Das klappte aber nicht im gleichen Ausmaß. Es scheint ein "hummelspezifischer Faktor im Spiel" zu sein, formulierten die Studienautoren vorsichtig.
Der an der Queen Mary University in London lehrende Ökologe Lars Chittka hielt es in einem in "Science" erschienenen Kommentar zur Studie für möglich, dass Hummeln bei den Bissen den Pflanzen Chemikalien injizierten, die das rasche Erblühen fördern.
Ob die angeknabberten Pflanzen ihrerseits einen Vorteil von der vorzeitigen Blüte haben, ist ungewiss. Vielleicht ermöglicht es der Effekt ihnen, bestäubt zu werden, während ein Überangebot von Bestäubern herrscht. Vielleicht können sie sich aber der Manipulation der Hummeln einfach nur nicht erwehren. An sich ist im Nachteil, wer viel früher Blüten treibt als das Gros seiner Artgenossen. Denn es ist dann schwerer, befruchtungsfähige Partner zu finden.
Aus ökologischer Sicht könnte aus der anfänglichen Beobachtung von Hummeln, die an Blättern knabbern, eine weit reichende Erkenntnis erwachsen sein: Dass zumindest manche Tierarten aktiv etwas der klimawandelbedingten Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen entgegensetzen können. Das sei eine "ermutigende Interpretation der neuen Erkenntnisse", schrieb Chittka.
Quelle: https://www.researchgate.net/publication/341566043_Bumble_bees_damage_plant_leaves_and_accelerate_flower_production_when_pollen_is_scarce/link/5ec78e0a299bf1c09ad27a3f/download
Dienstag, 30. Juni 2020
Podcast zum Agraratlas
Der Kiebitz und das Rebhuhn sind in Deutschland fast ausgestorben. Der Grund: Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, durch Monokulturen und Überdüngung, verschwinden ihr Futter und ihr Lebensraum. Denn Felder und Wiesen, Hecken und Gräser weichen riesigen Mais- und Rapsfeldern. Die EU-Agrarförderungen gehen nämlich vor allem in die Fläche und nicht in ökologisch arbeitende landwirtschaftliche Betriebe. Das führt dazu, dass große Betriebe immer größer werden und immer mehr kleine und mittlere aufgeben: Das sogenannte Höfesterben ist in ganz Europa zu beobachten.
Der Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung zu ihrer Agrarstudie beschäftigt sich intensiv mit den Themen Strukturwandel und Biodiversität und zeigt, was besser gemacht werden könnte.
Ein Podcast mit:
Julia Schmid und Astrid Häger, Humboldt-Universität Berlin
Ein Podcast mit:
Julia Schmid und Astrid Häger, Humboldt-Universität Berlin
Konstantin Kreiser, Nabu
Steffi Lemke, Bündnis 90/Die Grünen
Quelle: https://www.boell.de/de
Samstag, 27. Juni 2020
beeMOOC-Videos jetzt auf Youtube
Nun sind alle 70 Videos vom beeMOOC, dem Onlinekurs für naturnahe Bienenhaltung, auch auf YouTube kapitelweise öffentlich gestellt. Jedes Video könnt Ihr für eigene Zwecke nutzen. Ihr braucht also nicht zwingend in den Onlinekurs zu gehen, um die Videos zu sehen. - Wobei Anmeldungen natürlich weiterhin gern gesehen sind.
Bisher hatten 2.278 Menschen an dem Kurs (Link zum Kurs) teilgenommen. Die Videos wurden bisher 20.000 mal aufgerufen.
Montag, 22. Juni 2020
Blumen können Summen hören
Wissenschaftler um den New Yorker Biologen Marine Veits haben sich die Frage gestellt, ob Pflanzen Schallwellen wahrnehmen - und sogar darauf antworten. In Tests fanden sie heraus, dass Nachtkerzen schon auf ein vom Band kommendes Summen einer Biene oder dem synthetischen Klang ähnlicher Frequenzen von Insekten, Vögeln und Fledermäusen binnen drei Minuten süßeren Nektar produzierten, um ihre Chancen auf Bestäubung zu erhöhen.
Zudem "antworteten" die Blumen sogar, indem sie mechanisch vibrierten und dabei ihre Blüte als Klangkörper einsetzten. Die Forscher belegten, dass Pflanzen durch beide Taktiken eindeutig mit ihren Bestäubern kommunizierten, aber tiefere und höhere Frequenzen ignorierten. Die Ergebnisse der Studie legten zudem nahe, dass Pflanzen auch von anderen Geräuschen beeinflusst werden, die Menschen nur die "komplexe Sprache" der Pflanzen noch nicht entschlüsselt haben.
In zahlreichen Studien wurde bereits belegt, dass Pflanzen auf Licht, Chemikalien, Berührungen und Vibrationen reagieren. Ob sie auch hören, wurde bislang nicht geprüft, obwohl Schallwellen im Tierreich eines der wichtigsten Kommunikationsmittel sind und 87,5 Prozent der Blühpflanzen auf tierische Bestäuber angewiesen sind. Allerdings sind bereits geringeres Wachstum in lauten Umgebungen und Zellveränderungen durch Schallwellen dokumentiert worden. Auch ihre Methoden, die Bestäuber länger an sich zu binden, wurden bereits erforscht: Signale durch Blütenfarben, Formen oder Gerüche sowie ihr Nektar- und Pollenangebot. Da diese Taktiken aber auch Nutznießer wie Ameisen anziehen, die im Gegenzug keine Bestäubungsleistung erbringen, lag der Gedanke nahe, dass Pflanzen sich noch etwas mehr einfallen lassen, um ihre Nützlinge zu locken.
Im Test nahmen die Forscher Geräusche von Bienen und Faltern auf. Sie testeten die Aufnahmen an über 650 Blumen, sowohl in deren natürlichen Umgebung in Israel sowie unter Laborbedingungen. Davor und danach analysierten sie den Nektar in den Blüten - und entdeckten im Refraktometer die sehr viel höhere Zuckerkonzentration nach dreiminütiger Beschallung. Im Durchschnitt stieg der Zuckergehalt um ein Fünftel an, unabhängig davon, wie die unterschiedlichen Pflanzen währenddessen gewässert wurden.
Die vibrierenden Antworten der Pflanzen wurden mit einem Laservibrometer gemessen. Sie fielen ungleich höher aus, wenn die Frequenzen der Bienen, Hummeln und Motten abgespielt wurden, als bei Schallwellen von Vögeln oder Fledermäusen. Zugleich belegte die Studie, dass durch die Mechanismen mehr Bestäuber angelockt wurden. Da Bienen schon einen Zuckergehalt von nur einem Prozent wahrnehmen, schwärmten sie mehr für die Pflanzen mit süßerem Nektar. Ihr Aufkommen je Quadratmeter steigerte sich um das Neunfache, wenn die Gratifikationen ausgeschüttet wurden.
Vor einigen Jahren hatten US-Forscher bereits nachgewiesen, dass die Acker-Schmalwand ihre chemischen Abwehrmechanismen gegen Schädlinge hochfährt, wenn sie Kaugeräusche von Raupen wahrnimmt.
Quelle: Wiley Online Library, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ele.13331
Freitag, 19. Juni 2020
Talking bees
Zudem hat die FAO die Diskussionsrunde "Talking bees" mit der BBC-Journalistin Martha Kearney und Einspielfilmen produziert. In dem Werk in englischer Sprache diskutieren Bienenexperten über die aktuelle Lage der Imkerei sowie die Bedrohung der Bienen. Zudem gibt der Komponist Michael Omer abschließend seine Version des Hummelflugs von Nikolai Rimski-Korsakow zum besten.
Donnerstag, 18. Juni 2020
Mittwoch, 17. Juni 2020
Abonnieren
Posts (Atom)







