Dienstag, 21. September 2021

Brillenpinguine von Bienen getötet

In der südafrikanischen Touristenmetropole Kapstadt sind 64 Pinguine wohl von einem Bienenschwarm getötet worden. Das sagte die Sprecherin der Südafrikanischen Naturschutzbehörde SANParks, Lauren Howard-Clayton. Es handele sich um einen "tragischen und ungewöhnlichen Unfall". Die Vögel seien demnach am Freitag am Strand von Boulders, einem beliebten Touristenziel südlich von Kapstadt, tot aufgefunden worden. Sie seien Teil einer in einem Naturschutzgebiet lebenden Kolonie von Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) gewesen, die laut der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als gefährdet gelten. Einige der Tiere seien mit 20 oder mehr Bienenstichen aufgefunden worden. Anschließende Tests auf Giftstoffe oder Krankheitserreger seien ergebnislos geblieben. Behörden seien nun auf der Suche nach dem Bienenstock, um herauszufinden, was den bisher einmaligen Bienenangriff ausgelöst haben könnte, sagte Howard-Clayton.

Brillenpinguine brüten in Südafrika und im benachbarten Namibia. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Zahl der in Südafrika lebenden Pinguine nach Angaben der Stiftung zur Erhaltung der Küstenvögel im Südlichen Afrika (Sanccob) um 73 Prozent auf 10.400 Paare gesunken. In Namibia gibt es demnach noch 4.300 Pinguin-Paare.

Samstag, 18. September 2021

Das Wassermanagement der Bienen


Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Auch von Bienen. Ohne Wasser kann keiner der überlebenswichtigen Prozesse im Volk vollzogen werden. Fehlendes oder zu weit entfernte Quellen führen zum allzu raschen Verschleiß der Sammelbienen. Die Verfügbarkeit von Wasser zählt deshalb neben Nektar und Pollen zu den wichtigsten Ressourcen eines Volkes. Es sollte in der Nähe des Bienenstands und vorzugsweise aus Bächen oder natürlichen Quellen sein.


Von den jungen Sammelbienen im Volk sind einige in ihren ersten vier Tagen des Ausflugs zunächst nur fürs Wasserholen zuständig. Wie viele Bienen den Spezialauftrag erhalten, hängt immer genau vom Bedarf des Volks ab - bestimmt vom Wetter, den anstehenden Arbeiten und der Volksgröße. Die Wasserträgerinnen geben die Tropfen direkt an die Stockbienen weiter, die sie - je nach Nutzungsauftrag - unter drei bis 18 Bienen verteilen. 


Grundsätzlich benötigt das Volk Wasser zum Erhalt der Homöostase der Körperflüssigkeiten der erwachsenen Bienen, zur Produktion von Drüsensekreten, zur Verdünnung des Honigs zu Brei, zur Kühlung des Brutnests an heißen Tagen und in trockenem Klima zur Befeuchtung der Brut. Eine Biene benötigt im Schnitt eine Minute, um sich mit Wasser zu füllen. Die Abgabe beträgt zwei bis drei Minuten. Eine Wassersammlerin macht im Sommer 50 bis 100 Tagesausflüge, von denen sie jeweils acht Tropfen von etwa 35 Milligramm in ihrem Honigmagen mit nach Hause bringt. Den Bedarf im Stock ermitteln die Bienen über ihre Hydrorezeptoren im achten Antennensegment, mit denen sie eine relative Luftfeuchtigkeit von bis zu fünf Prozent erkennen können.

Im Jahresverlauf ändert sich der Wasserbedarf im Stock. Zu Beginn des Frühlings ist das Volk noch kleiner. Hinzu kommt, dass die Temperaturen noch nicht so hoch sind und der morgendliche Tau schnell verfügbar ist. Mit dem Einzug des Sommers wächst der Bedarf im Stock auf etwa einen Liter pro Tag. Deshalb erhalten mehr Sammelbienen den Auftrag, ausschließlich Wasser zu besorgen. Wenn keine natürlichen Quellen in der Nähe sind, sollten Imker deshalb immer Tränken bauen. Dabei ist zu beachten, dass die Bienen nicht ertrinken. Bienen können zwar für kurze Zeit schwimmen, sind aber im Wasser nicht besonders geschickt. Sie benötigen daher Kletterhilfen wie Korken oder Steine. Wird das Wasser in den Tränken nicht regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht, entstehen Pilze, Schimmel und Algen, die bei den Bienen Durchfallerkrankungen wie Nosema auslösen können.


Für die meisten Prozesse im Bienenstock wird ebenfalls Wasser benötigt: bei der Herstellung von Brei, Gelée Royal, Bienenbrot und zum Verdünnen des Honigs. Außerdem bringen die Stockbienen zur Kühlung einen dünnen Wasserfilm auf die versiegelte Brut oder auf die Zellränder mit Larven und Eiern auf. Sie lüften dann kräftig, um Luftströmungen zu erzeugen, die das Wasser verdunsten und dadurch die Waben kühlen.

Dienstag, 14. September 2021

Samstag, 11. September 2021

Algen als alternative Nahrungsquelle für Bienen

Unterernährung bei Honigbienen wird durch die moderne Landwirtschaft ein immer größeres Problem. Es wird durch den Verlust von Lebensräumen, den Klimawandel, den Rückgang der Blütenpflanzenvielfalt und den Anstieg der Pflanzenmonokultur verschärft, die alle zum Verlust von Pollenquellen beigetragen haben, die Honigbienen bisher gut ernährt haben. Unter- oder mangelernährte Bienen sind aber anfälliger für Krankheitserreger, Parasiten und Pestizide, weshalb ihr Bestand also auch direkt durch die Veränderungen gefährdet wird. 

Photo: Vincent Ricigliano

Auf der Suche nach alternativen Ernährungsquellen haben Wissenschaftler des ARS Honey Bee Breeding, Genetics and Physiology Research Laboratory in Baton Rouge, US-Bundesstaat Louisiana, eine weitere Option auf dem Menüplan der Honigbienen entdeckt: mikroskopische Algen oder "Mikroalgen". Laut den ARS-Forschern Vincent Ricigliano und Michael Simone-Finstrom besitzen verschiedene Mikroalgenarten ein ähnliches Nährstoffprofil wie Pollen, was die Algen zu einem idealen Ersatz macht. Dies ist eine besonders wichtige Erkenntnis für kommerzielle Imker, die in großem Umfang auf Pollenersatz angewiesen sind, um ihre Bienen zu ernähren. 

"Obwohl es derzeit mehrere künstliche Pollendiäten gibt, enthalten sie nicht immer ausreichende Mengen an essentiellen Makronährstoffen wie Lipiden und Proteinen, Mikronährstoffen wie Vitamine und Mineralien sowie Antioxidantien", erklärte Ricigliano. "Die künstliche Ernährung versucht, eine Vielzahl von Zutaten wie Soja, Maisgluten, Hefe, Ei oder Milchprotein aufzunehmen, aber sie liefern oft nicht die Nahrung, die Honigbienen zum Gedeihen benötigen. Auf der anderen Seite sind Mikroalgen extrem reich an hilfreichen Verbindungen wie Aminosäuren, die für die Proteinsynthese, die Immunfunktion und das gesamte Völkerwachstum entscheidend sind."

In ihrer Forschung kamen Ricigliano und Simone-Finstrom zu dem Schluss, dass Bienen, die Mikroalgendiät konsumierten, größer wurden, aufgrund der präbiotischen Eigenschaften der Algen gesündere Bakterien in ihrem Darm hatten und im allgemeinen kräftiger waren als Honigbienen, die andere Pollenalternativen konsumierten. Ricigliano glaubt, dass es viele Arten von Mikroalgen gibt, die das Potenzial haben, die Gesundheit von Honigbienen in verschiedenen Klimazonen und Jahreszeiten zu verbessern. Diese einzelligen Organismen ließen sich leicht in großem Maßstab anbauen und benötigten nur Sonnenlicht, Nährstoffe und flache Gewässer, um eine sehr nahrhafte Nahrung für Bienen zu produzieren. Darüber hinaus könnten Mikroalgen sogar dort gedeihen, wo andere Pflanzen nicht angebaut werden können, sagte Ricigliano. Ihre ökologische Tragfähigkeit, Erschwinglichkeit, ernährungsphysiologische Vorteile und ihre Fähigkeit, als Biodünger und Biokraftstoff zu fungieren, machten Mikroalgen zu einer Wunderpflanze der Zukunft. 

Quelle: https://tellus.ars.usda.gov/stories/articles/microalgae-is-the-bee-s-knees/?utm_medium=email&utm_source=govdelivery

Dienstag, 7. September 2021

BR-Film über Imker und Honig in Ungarn

"Welt der Bienen - Nektar des Lebens" von den ungarischen Filmemachern Milán Jurkovics und Zsolt Poroszka Magyar.

Ganz interessant, auch wenn so gut wie jede Sekunde im Film zugetextet ist. Solide gemacht, obwohl von Honigwaben gesprochen, im Bild aber Brutwaben gezeigt werden. Der Beitrag spannt den Bogen von Imkern über die wichtigsten Arbeiten im Volk bis zu Honigverfälschungen. - Und zeigt, dass Imkern jung hält!

Hier noch bis 25. August 2022 zu sehen.

Samstag, 4. September 2021

Am Mittwoch im Fernsehen: Wabenbau im Zeitraffer

Ich nehme es gleich vorweg: Achtung, hier kommt ein bisschen Eigenwerbung...


Am Mittwoch, 8. September, läuft um 21.15 Uhr auf ServusTV ein Kurzbeitrag mit besonders langem Vorlauf. Stephan Krause und ich haben mit mehreren Anläufen einen Bienenschwarm beim Ausbauen einer neuen Beute gefilmt. Stephan hat dafür eigens zwei alte Erlanger Beuten umgebaut, dass er in einem Kasten die Kamera wetterfest verstauen kann. Am anderen hat er die Holzseite mit einer gläsernen Wand ersetzt, um überhaupt etwas zu sehen zu bekommen. Darüber hinaus hat die Beute einen Spezialdeckel erhalten, damit von einem Blitz Licht ins "Stock"dunkel geschickt werden konnte. Zu guter Letzt wurden die beiden Kisten aneinander gedockt, so dass die Kamera den Innenausbau der Bienen unablässig, Tag und Nacht dokumentieren konnte.


Drei Anläufe hat es deshalb gebraucht, weil der erste Schwarm sich nicht für die Zeitrafferaufnahmen alle zwei Minuten anblitzen lassen wollte. Die Bienen zogen kurzerhand wieder aus und verweigerten auch nach zwei Tagen Kellerhaft und neuerlichem Einlogieren den Verbleib in der Peepshow-Beute. Erst als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, zeigte ein zugeflogener, unglaublich starker zweiter Schwarm von unserem Waldstandort genügend Gelassenheit, sich auf die Fernsehbranche einzulassen.


Als also endlich die Bienen mitmachten und die ersten Bilder auf schöne Ergebnisse hoffen ließen, setzte aber der Regen ein - und die Glasscheibe beschlug. Stephan musste also noch ein Gebläse einbauen, das gezielt die Glasscheibe trocknete, ohne die Bienen zu stören... 


ServusTV hätte dann gerne noch in Großaufnahme gehabt, wie Bienen Wachs ausschwitzen. Stephan gelang es zwar, den Prozess an einigen wenigen Tieren zu dokumentieren, aber nicht so exklusiv, wie der Sender es gerne gehabt hätte. Was für "Juwelen" des Naturfilms solche Bilder sind, zeigte sich dann, als ServusTV entsprechendes Material zukaufen wollte: Auf sämtlichen Bilddatenbanken weltweit gab es genau eine Sequenz - aus den 70er-Jahren, in einer Bildqualität, die heute nicht mehr akzeptiert wird.

Also seht selbst, was schlussendlich heraus kam. Ihr als ImkerInnen wisst zwar, wie ein Volk seine Beute ausbaut, aber fünf Wochen auf zwei Minuten im Zeitraffer mit Wabenbau, Bienenleitern, Wachsausschwitzen und voller Beute habt Ihr so bestimmt auch noch nie gesehen.

Viel Spaß am 8. September im PM-Wissen-Magazin ab 21.15 Uhr auf ServusTV.

Dienstag, 31. August 2021

Waldbrände zerstören Existenz von Imkern

Den griechischen Imkern haben die gewaltigen Brände der vergangenen Wochen massiven Schaden zugefügt. Erhebungen zufolge sind mehr als 9.000 Bienenstöcke den Flammen zum Opfer gefallen. 

Vor allem auf der Insel Euböa, wo über 50.000 Hektar Fläche verbrannten und vor allem Pinienwälder betroffen waren, sind die Imker verzweifelt. "Die Zerstörung des alten Kieferwalds ist ein großer Verlust für die griechische Imkerei - und zwar für die nächsten 30 Jahre", sagte der Präsident des griechischen Imkerverbands, Vassilis Douras. Mindestens so lange werde der Wald brauchen, um wieder so dazustehen wie vor der Brandkatastrophe.

Aus der Region stammten zuvor rund 65 Prozent des jährlich gewonnenen griechischen Pinienhonigs. Der Fachmann prognostiziert einen Verlust von 5.000 Tonnen Honig und mehr pro Jahr und forderte für seine Branche Unterstützung vom Staat: "Bienen geben uns durch Bestäubung in der landwirtschaftlichen Produktion und Biodiversität viel mehr zurück, als sie den Imkern durch den Honig geben."


Auch in der Türkei war mit der Provinz Mugla eine Region voller Bienen von den Waldbränden betroffen. Mehr als 66.000 Hektar Fläche verbrannten dort. Die Erträge dürften Schätzungen zufolge um bis zu 80 Prozent einbrechen. Bis neu gepflanzte Pinien wieder für die Produktion von Honig geeignet seien, brauche es bis zu 25 Jahre, sagte Dogan Kantarci, Ökologieprofessor der Istanbul-Universität.

In Osmaniye, einem Ortsteil des Küstenorts Marmaris, lebten bisher fast nur Honigbauern. Sie haben ihre Existenz verloren, weil die Völker, die Pinienwälder und das gesamte Ökosystem von den Flammen vernichtet wurden. Einige stehen sogar ohne Obdach da. Die Regierung in Ankara hat zwar ein großes Wiederaufbauprogramm angekündigt, aber die zerstörte Vegetation kann sich nur langsam wieder erholen. Bis dahin müssen die Imker ihre verbliebenen Völker vermehren - denn sie hatten laut dem Verband zum Schutz der Bienen und der Umwelt Glück im Unglück. Wie Verbandschef Samíl Tuncay Bestoy erklärte, waren einige Wanderimker noch nicht nach Mugla zurückgekehrt, sondern hatten ihre Völker noch im inländischen Hochland stehen. So gebe es überhaupt noch Zuchtmaterial für den Wiederaufbau. 

Momentan sei das Hauptproblem, den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken, beklagte Bestoy weiter. Denn Dürren und hohe Temperaturen machten auch in von den Feuern verschonten Regionen den Trachtpflanzen das Leben schwer. So sehr, dass man die Imkerei in Anatolien bereits als gefährdet einstufe.

Samstag, 28. August 2021

Spezielle Bestatterinnen unter den Arbeiterinnen

Sie sind die Bestatterinnen der Bienenwelt: eine spezielle Gruppe von Arbeiterinnen, die Bienenstöcke nach toten Schwestern durchkämmt und sie in nur 30 Minuten im Dunkeln findet, obwohl die Verstorbenen noch nicht begonnen haben, typische Gerüche des Zerfalls zu verströmen. Etwa ein Prozent der Bienen im Stock geht dieser Aufgabe nach, und eine neue Studie könnte zeigen, wie sie das machen.

Ⓒ Stephan Krause

Wen Ping, Ökologe am Xishuangbanna Tropical Botanical Garden der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, hatte sich gefragt, ob eine bestimmte Art von Duftmolekül den Bestatterbienen helfen könnte, ihre verstorbenen Mitbewohnerinnen auszumachen. Ameisen, Bienen und andere Insekten sind mit Verbindungen bedeckt, die als kutikuläre Kohlenwasserstoffe (CHC) bezeichnet werden, die einen Teil der wachsartigen Beschichtung ihrer Epidermis - der glänzenden Teile ihres Exoskeletts - bilden und deren Austrocknung verhindern. Während die Insekten am Leben sind, werden diese Moleküle ständig in die Luft abgegeben und werden verwendet, um andere Bienenstockmitglieder zu erkennen.


Wen spekulierte, dass nach dem Tod einer Biene weniger Pheromone in die Luft freigesetzt wurden und ihre Körpertemperatur abnahm. Als er chemische Methoden zum Nachweis von Gasen einsetzte, um diese Hypothese zu testen, konnte er bestätigen, dass abgekühlte tote Bienen tatsächlich weniger flüchtige CHC emittieren als lebende Bienen. Wen entwarf eine Reihe von Experimenten, um zu sehen, ob die Bestatterbienen diese Veränderung bemerkten. Er testete seine These in fünf Bienenstöcken asiatischer Honigbienen (Apis cerana fabricius), einem kleinen, robusten Insekt, das in ganz Asien vorkommt, und begann, die Leichen der verendeten Honigbienen aufzuwärmen. Wenn er normale, kühle Kadaver in einem Bienenstock platzierte, entfernten die Arbeiterinnen sie immer innerhalb einer halben Stunde. Legte er die Biene jedoch in eine erhitzte Petrischale und erwärmte sie um einige Grad Celsius, dauerte es oft mehrere Stunden, bis die Bestatterinnen den toten Körper überhaupt bemerkten. Das liege vermutlich daran, dass der erwärmte Bienenkörper fast die gleiche Menge an CHC freisetzt wie eine lebende Biene, bilanzierte Wen.

Ⓒ Stephan Krause

Um ganz sicher zu gehen, wusch Wen im nächsten Schritt die Kohlenwasserstoffe mit Hexan, das Wachse und Öle auflösen kann, von toten Bienen, erhitzte sie auf etwa die Temperatur einer lebenden Biene und legte sie zurück in ihre jeweiligen Bienenstöcke. Die Bestatterinnen sprangen in Aktion und beseitigten innerhalb einer halben Stunde fast 90 Prozent der heißen, sauberen toten Bienen. Das deutet darauf hin, dass die Bestatterinnen nicht auf die Temperatur achteten, sondern mit dem Fehlen von CHC-Emissionen den Tod diagnostizieren.

"Ich denke, die Heizexperimente waren der coolste Teil dieser Studie", bilanzierte die Verhaltensökologin 
Jenny Jandt von der University of Otago im neuseeländischen Dunedin. Sie hatte selbst nicht an der Studie mitgearbeitet, wertete später aber die Daten aus. "Wens Ergebnisse sind ein starkes Argument dafür, dass eine Verringerung der Temperatur und eine Verringerung der kutikulären Kohlenwasserstoffe dazu führt, dass Bestatterinnen eine tote Biene als etwas wahrnehmen, das dringend aus dem Stock entfernt werden muss."

Ⓒ Stephan Krause

Das Erkennen des Todes sei jedoch ein komplexer Prozess, schränkte Yehuda Ben-Shahar, Entomologe an der Washington University in St. Louis ein. Er hielt weitere Forschungen für erforderlich, um Wens Behauptungen zu untermauern. "Die Studie ist ein guter Anfang. Es macht Sinn, dass es eine chemische Signatur einer toten Biene gibt, aber ich würde nicht sagen, dass wir jetzt genau wissen, was vor sich geht." Schließlich könnten Bienen zwar mit ihren Fühlern "riechen", aber auch mit ihren Füßen "schmecken", was ihre Wahrnehmung der toten Schwestern noch einmal verstärken könnte, gab Ben-Shahar zu bedenken.

https://www.sciencemag.org/news/2020/03/how-undertaker-bees-recognize-dead-comrades?fbclid=IwAR14outZoDS_XokWx3UUsTS87HWJTmtYBpI5BWwX1W7VXe6f117u6-hquqU

Dienstag, 24. August 2021

EU-Petition braucht noch Unterschriften


Das Umweltinstitut München und seine Mitstreiter brauchen bis 30. September noch 300.000 Unterschriften, um die EU-weite Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten" mit einem Komplettverbot von gefährlichen Ackergiften auf den Weg zu bringen. Seit dem Start der Initiative haben bereits 700.000 Menschen die Aktion unterstützt, aber nur wenn eine Million Unterzeichner zusammenkommen, müssen sich EU-Kommission und Europaparlament mit den Forderungen wirklich auseinander setzen.

Unter diesem Link kann die Petition - die inhaltliche Weiterentwicklung des bayerischen "Rettet die Bienen"-Volksbegehrens, weil auch die Bauern mit ins Boot geholt wurden, und die örtliche, weil jetzt ganz Europa an einem Strang ziehen soll - noch unterzeichnet werden.