Donnerstag, 27. April 2023

Aufruf zur Meldung von Schwärmen


Das BEEtree-Monitor-Projekt hat dazu aufgerufen, abgegangene Schwärme und ihren Verbleib für eine wissenschaftliche Auswertung zu sammeln. Deutschlandweit soll ermittelt werden, wann sich über die Saison verteilt Schwärme gebildet haben, ob sie eingefangen wurden oder eigenständig einen Hohlraum gefunden haben: https://schwarm.beetrees.org/ 

Die wissenschaftliche Auswertung der Daten übernehmen u.a. das Zentrum für Stadtnatur und Klimaanpassung der TU München und die Universität Würzburg. Besonderes Augenmerk legen sie dabei darauf, wo wild lebende Bienen überleben können und welche Erfahrungen Imker mit Schwärmen machen, die von wild lebenden Bienen abgegangen sind und eingefangen wurden.

Dienstag, 25. April 2023

Neues Fachzentrum Fisch und Biene


Das Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, Kloster Seeon, ist um eine Attraktion reicher: Direkt neben dem unlängst renovierten Mesnerhaus wurde das neue Fachzentrum Fisch und Biene eröffnet. In dem neu und mit viel Holz errichteten Gebäude sind u.a. ein Seminarraum und zwei Ausstellungsräume zur Wissensvermittlung über die Bienen bzw. die Fische, Muscheln und Krebse im Seeoner See untergebracht. Das Fachzentrum soll ein außerschulischer Lernort sein und wird künftig Kurse, Schulungen und Workshops für Kinder und Erwachsene anbieten. 

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte zur Eröffnung des Gebäudes, es sei wichtig, dass sich der Bezirk der Themen "Fisch und Biene" annehme, um Verständnis für Umweltzusammenhänge zu schaffen. Klimawandel und sinkende Grundwasserstände seien auch im Chiemgau präsent. Im Fachzentrum können Interessierte künftig Fischarten bestimmen, Fische räuchern lernen, oder Bienenköniginnen vermehren. Zudem können Imkervereine aus der Region dort einen komplett ausgestatteten und hochmodernen Schleuderraum nutzen.

(c) Bezirk Oberbayern/Wolfgang Englmaier

In einem zweiten Schritt sollen auf dem Gelände des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon ein Bienenlehrpfad und ein Lehrbienenstand eingerichtet werden.

Samstag, 22. April 2023

Unbekannter zündet Beuten an


In Unterfranken hat ein unbekannter Täter 20 Bienenstöcke in Brand gesetzt und so einen Schaden von etwa 10.000 Euro verursacht. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei dem nächtlichen Vorfall in Bad Bocklet (Landkreis Bad Kissingen) sämtliche Bienenstöcke zerstört und die Tiere darin getötet. Es war bereits zum zweiten Mal, dass alle Völker des betroffenen Imkers angezündet worden sind, wie die Ermittler weiter erklärten. Andere Angaben wurden unter Verweis auf laufende Ermittlungen nicht gemacht.

Dienstag, 18. April 2023

Filmtipp: Ein Himmel voller Bienen


Im Rahmen des Münchner Flower-Power-Festivals wird am Dienstag, 25. April, um 19.00 Uhr der hier schon 2021 angekündigte Film "Ein Himmel voller Bienen" gezeigt. Das Werk von Regisseurin Vanessa Weber von Schmoller porträtiert Menschen, die es nicht bei der Unterschrift zum "Rettet die Bienen"-Volksbegehren bewenden lassen, sondern sich aktiv für Insekten einsetzen.

Dienstag, 11. April 2023

Wie freut mich's, dass ich Imker bin


Wenn ích vor meinem Stande steh'
und meine Bienen fliegen seh',
so denk ich oft in meinem Sinn,
wie freut mich's, dass ich Imker bin.

Steh' mit der gold'nen Sonn' ich auf,
sind meine Bienen längst wohlauf;
sie fliegen emsig her und hin,
drum freut mich's, dass ich Imker bin.

Und wenn mein Tagewerk vollbracht,
zur Ruhe winkt die stille Nacht,
leg ich mich selig träumend hin
und freu mich, dass ich Imker bin.

Und so vergeht mir froh die Zeit,
die Bienen werden schwarmbereit,
sie freu'n sich ihrer Königin,
und mich freut's, dass ich Imker bin.

Und wird das Wetter dumpf und heiß,
fließt von der Tanne süßer Schweiß,
schwing ich die Schleuder froh und sing:
Wie freut mich's, dass ich Imker bin.

                                                Wilhelm Wankler

Dienstag, 28. März 2023

Fachvortrag zu Varroaresistenzzucht


Der sächsische Landesverband des Vereins Varroaresistenzzucht hat einen Vortrag seines Vorsitzenden, Dietmar Uhlemann, als Youtube-Video veröffentlicht. Er schlägt darin einen weltweiten Bogen über die Verbreitung des Schädlings, diverse Schutzmaßnahmen und vor allem den züchterischen Ansatz, dass die Bienen selbst mit der Milbe fertig werden.

Sehr informativ und spannend, wenngleich Herr Uhlemann es mit den Schwaben hält, die ja bekanntlich über sich selbst sagen: "Wir können alles, außer Hochdeutsch!" 😉

Samstag, 25. März 2023

Fotosafari zu Hummeln

Der Bund Naturschutz hat eine Hummel-Hotline eingerichtet, bei der man bis 10. April Fotos von Hummeln einreichen kann, um sie von Experten bestimmen zu lassen.

Das Foto sollte mit Datum und Postleitzahl versehen an die Hotline geschickt werden, damit auch gleich ein Monitoring erfolgt. Letztlich soll gemeinsam mit dem Institut für Biodiversitätsinformation/IFBI unter www.ifbi.net eine Karte mit den gemeldeten Hummelarten erstellt werden.

Für die Teilnehmer an der Aktion bestimmen die Biologen des Bunds Naturschutz nicht nur die Wildbienenart, sondern geben auch weitere Auskünfte über deren Eigenheiten. Im vergangenen Jahr hatten 1.200 Menschen an der Fotosafari teilgenommen und 3.200 Bilder eingereicht.

In Deutschland gibt es 41 Hummelarten. Mehr als die Hälfte von ihnen - 54 Prozent - stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Es ist daher wichtig, mehr Informationen über die Wildbienen und ihre Bedürfnisse zu sammeln, um geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Dienstag, 21. März 2023

Tag der Insekten am 30. März


Die von der Firma Reckhaus getragene Initiative Insect-Respect hat für den Internationalen Tag der Insekten am 30. März ein Symposium in Berlin organisiert, bei dem nicht nur verschiedene Blickwinkel auf den Wert der Sechsbeiner gerichtet werden, sondern auch Ideen zur Förderung von Insekten gesammelt und prämiert werden. Im "Summit of Radical Ideas" werden Projekte vorgestellt, sollen dabei unter anderem Finanzierungen für Vorhaben auf die Beine gestellt werden, denen es "nur" noch an Geld fehlt, Ansätze mit Fachleuten weiterentwickelt und zugleich Zweifler von der Sinnhaftigkeit vieler Maßnahmen überzeugt werden. Sämtliche Projekte, die im Umweltforum Berlin diskutiert werden, sind zur Nachahmung empfohlen. - Wir dürfen gespannt sein, was die Vertreter von "Kultur, Philosophie, Wirtschaft und Wissenschaft" auf der Pfanne haben!

Samstag, 18. März 2023

Bestäubungsverlust führt zu massivem Wirtschaftseinbruch

Weniger Bienen sind nicht nur schlecht für die Natur, sondern auch für die Wirtschaft: Laut einer Biodiversitätsstudie des Kreditversicherers Allianz Trade würde ein Wegfall der Bestäubung in Deutschland zu einem Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt von über drei Milliarden Euro jährlich führen. "Insekten, insbesondere Bienen, spielen für die Biodiversität eine Hauptrolle", erklärte dazu Allianz-Volkswirt Markus Zimmer.


Bei nur 20 Prozent weniger Bestäubungstätigkeit würde sich die jährliche landwirtschaftliche Produktion um 1,3 Prozent verringern, warnte Zimmer. "Ein vollständiger Wegfall der Bestäubung würde die landwirtschaftliche Produktion noch viel härter treffen - und sich entsprechend negativ auf die Wirtschaft auswirken", fügte er hinzu. Das sei allerdings noch lange kein "Preisschild für die Gesamtauswirkung der Biodiversitätsverluste".


Bei einem vollständigen Bestäubungsausfall reicht die Bandbreite des Rückgangs der jährlichen landwirtschaftlichen Produktion laut der wissenschaftlichen Erhebung von zwei Prozent in Großbritannien bis 7,9 Prozent in Belgien. Deutschland (3 %) und Frankreich (3,4 %) liegen eher am unteren, Spanien (6 %), die USA (6,1 %) und Italien (6,3 %) eher am oberen Rand.

Nachgelagerte Bereiche wie verarbeitete Lebensmittel, Lebensmitteldienstleistungen sowie die Getränke- und Tabakindustrie, die stark von landwirtschaftlichen Produkten abhängen, wären ebenfalls betroffen. Verluste bei den verarbeiteten Lebensmitteln würden sich beispielsweise in Deutschland auf schätzungsweise zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen und damit auf ähnlich hohem Niveau wie in der Landwirtschaft.


Allianz Trade betonte, dass Biodiversität nicht nur für die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle spiele, sondern auch für den Finanzsektor. Finanzinstitute seien zahlreichen Risiken ausgesetzt; "insbesondere dann, wenn sie in Wirtschaftsaktivitäten investieren, die sich negativ auf die biologische Vielfalt auswirken oder stark von Naturkapital abhängig sind".

In der Studie wird auch auf die massiven, bereits eingetretenen Verluste bei der biologischen Vielfalt verwiesen. Diese wieder auszugleichen, würde bis 2030 demnach 711 Milliarden US-Dollar jährlich kosten. Für gut die Hälfte der globalen Wirtschaft sei eine funktionierende Biodiversität die Grundlage. "Grüne Investitionen" seien deshalb ein sicherer Gewinn für Finanzinvestoren. Sollten diese Investitionen ausbleiben und die Ökosysteme immer weiter Schaden nehmen, seien die Folgen zwar wissenschaftlich noch nicht ausgewertet, aber sicher immens: "
Die quantitative Analyse der daraus resultierenden Risiken steckt noch in den Kinderschuhen. In unserer Pilotstudie haben wir nun einen Aspekt, das Bienensterben und den Rückgang der Bestäubung, näher betrachtet. Allein dabei geht es um Milliardensummen - pro Jahr. Ein Preisschild für die Gesamtauswirkung der Biodiversitätsverluste ist dies jedoch noch lange nicht."


Während es für den Klimawandel mit dem weltweiten Temperaturanstieg einen relativ einfachen Indikator gibt, gelte dies für die biologische Vielfalt nicht, bedauerte Zimmer. Sie sei immer ein lokales Phänomen - sowohl bei den Maßnahmen als auch bei den Folgen. Biodiversitätsverluste und daraus resultierende Risiken seien daher regional äußerst heterogen, was deren Messung zusätzlich erschwere. 
"Die absoluten Zahlen der Studie sprechen aber eine deutliche Sprache: Ohne Bienen und Bestäubung würden in Deutschland jedes Jahr Verluste von drei Milliarden US-Dollar entstehen. In den USA stehen 28 Milliarden im Feuer", erklärte Zimmer.